Vorteile von Zeitwertkonten

von Judit Hillemeyer
Freitag, 22. August 2008
Zeitwertkonten sind ein personalpolitisches Instrument, um die anstehenden demografischen Herausforderungen zu meistern. Zu den wichtigsten mit diesem Instrument verbundenen Unternehmenszielen zählen die langfristige Auslastungssteuerung sowie die Gestaltung von Vorruhestandsregelungen.



Vor dem Hintergrund der gesetzlich geregelten Anhebung des Rentenregeleintrittsalters und neuer Bedingungen für die Altersteilzeit werden Zeitwertkonten noch stärker als attraktives personalpolitisches Instrument bewertet. Zu diesem Ergebnis kommt die auf Personalthemen spezialisierte Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin in Frankfurt.

So geben 94 Prozent der Studienteilnehmer an, dass Zeitwertkonten eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der demographischen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt spielen. Fast drei Viertel der Studienteilnehmer (74 Prozent) geben an, dass das Hauptziel von Zeitwertkonten in ihrem Unternehmen die Finanzierung des vorgezogenen Ruhestands ist.

Bei Unternehmen, die ihre Zeitwertkonten in Geld führen, liegt dieser Wert sogar bei nahezu 100 Prozent. Christian Schulz, Studienautor und Berater bei Rauser Towers Perrin, interpretiert dies als Anlass für eine notwendige Neuausrichtung der Zeitwertkontenmodelle: "Wir sehen, dass sich mit der Änderung der Ziele auch die Anforderungen an die Modellgestaltung ändern.

Freiwillige Modelle ungeeignet

Freiwillige Modelle zum Bruttosparen sind in aller Regel ungeeignet für den Vorruhestand. Stattdessen werden auf Mitarbeitergruppen abgestimmte und für den Arbeitgeber steuerbare Lösungen benötigt." Durchschnittlich werden jährlich zirka 2 250 Euro in die in Geld geführten Konten eingebracht, was in etwa 4 bis 5 Prozent des jährlichen Einkommens entspricht.

Auch bei den in Zeit geführten Konten bewegt sich die Durchschnittsdotierung in einer ähnlichen Größenordnung. Zunehmend, so ein weiteres Ergebnis der aktuellen Analyse, werden Wertguthaben im Rahmen von Zeitwertkonten in Geld geführt.

Während das Verhältnis zu den in Zeit geführten Konten vor fünf Jahren noch nahezu ausgewogen war, belief sich ihr Anteil bei den im vergangenen Jahr eingeführten Lösungen auf weniger als 20 Prozent, was bereits ein Indiz für den Wandel der Modelle zur langfristigen Vorruhestandslösung ist.

Den Studienautoren zufolge ist der Ausblick für Zeitwertkonten in Deutschland positiv - nicht zuletzt, weil es erklärtes politisches Ziel ist, künftig die Verbreitung von Langzeitarbeitskonten signifikant zu steigern. (juh)

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