Zeitwirtschaft Kronos will Markt aufrollen mit Personaleinsatzplanung

von Julia Wittenhagen
Freitag, 11. August 2017
Coop UK: Verbessert mit Kronos-System Einbindung der Mitarbeiter.
Fotos: Kronos
Coop UK: Verbessert mit Kronos-System Einbindung der Mitarbeiter.
Seit drei Jahren forciert der amerikanische Anbieter von Zeitwirtschaftssystemen das Deutschland-Geschäft mit Lösungen für internationale Händler.

Zur Kernkompetenz der Händler gehört es, die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort einzusetzen. Sind sie bis zum Ende ihrer Schicht voll ausgelastet, dann hat die Führungskraft alles richtig gemacht. Seit vielen Jahren bieten Systeme Unterstützung bei dieser unternehmerischen Aufgabe "doch die Excel-Tabelle ist immer noch unser größter Konkurrent, auch wenn sie Steinzeit ist", sagt Christoph Saalmann, Retail-Experte bei Kronos.

Mit "New Work" wachsen die Anforderungen an Zeitmanagementsysteme durch Mitarbeiter, aber auch deren technische Möglichkeiten: Die Verarbeitung immer größerer Datenmengen erweitert das Planungsspektrum – von der vollautomatischen Einsatzplanung, der Vorausplanung von Einsatzort, -zeit und Qualifikation der Mitarbeiter bis zum Selbsteintrag durch die Angestellten selbst in Schichtpläne mit Hilfe mobiler Endgeräte. Daher wittert Kronos als weltweit führender Anbieter neue Chancen auf dem heterogenen deutschen Markt. "Zeiterfassungssysteme haben alle, aber eine gute bedarfsgerechte Personaleinsatzplanung noch nicht", weiß der Vertriebsmann Saalmann.

Er hört in Kundengesprächen, dass die Einsatzplanung für Chefs immer schwieriger wird je selbstbewusster die Mitarbeiter ihre Wünsche artikulieren. Motto: "Samstags nie, werktags nur bis zur Kita-Schließzeit." Gleichzeitig wollten Händler ihren Mitarbeitern entgegenkommen, ihnen mehr eigenständige Planung ermöglichen. "Wenn Angestellte per Handy Arbeitszeit, Urlaubstage und Überstunden verwalten und Schichten tauschen können, ist das schon ein echter Attraktivitätsfaktor", weiß er.

Christoph Saalman n: Der Kronos-Vertriebsmann möchte große Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel gewinnen.
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Christoph Saalman n: Der Kronos-Vertriebsmann möchte große Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel gewinnen.

Zur Zielgruppe von Kronos gehören große internationale Händler. Insofern tritt das Unternehmen zu einigen etablierten Anbietern gar nicht in Konkurrenz. Warum das Unternehmen sich im Premium-Segment ansiedelt, ist schnell erklärt: "Wir bieten eine zentrale Datenbank an, egal wie viel hunderttausend Mitarbeiter ein Unternehmen hat und in wie vielen Ländern es aktiv ist." Das mache die zentrale Personalabteilung extrem reportingfähig, etwa bei der Auswertung von Krankenständen, "trotzdem benötigt man nur eine Systemadministration". Natürlich werde das Arbeitsrecht jeden Landes trotzdem präzise abgebildet. "Wer dagegen in jedem Land eine andere Lösung zukauft, hat Wildwuchs und muss viele Systeme updaten, pflegen und per Schnittstelle verbinden", so Saalmann.

Kunde Coop UK

Modul: Workforce Central (Forecast Manager, Scheduler, Timekeeper). Erstmals 2010-2011 implementiert, wurde 2016-2017 ein Upgrade vorgenommen.


Ziele
•Den Personaleinsatz von 80 000 Mitarbeitern in 2 800 Filialen optimieren und dabei sicherstellen, dass die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.
•Durch akkuratere Aufzeichnung und bessere Kontrolle der Arbeitszeit Personalkosten senken.
•Mit dem Upgrade Coop Store-Manager befähigen, eigenständige Entscheidungen bei der Einsatzplanung an der Kasse oder in der Fläche zu treffen. Denn prognostizierte Kundenzahlen werden manchmal durch unerwartete Faktoren beeinflusst, wie zum Beispiel eine verspätete Lieferung oder eine lokale Veranstaltung, die mehr Kunden ins Geschäft zieht.

Noch einen Vorteil sieht er: "Wir können auf eine weltweite Erfahrung bauen mit über 1 000 Entwicklern und setzen auf eine globale Plattform, statt das System aus Deutschland heraus zu erweitern." Und schließlich wirbt Kronos mit seiner Implementierungsmethode Paragon. "Paragon verbessert die Wirtschaftlichkeit erheblich durch intelligente Vorkonfiguration, automatische Dokumentation oder vordefinierte Testszenarien."

Vom ersten Termin bis zum Go-live vergehen drei bis sechs Monate – je nachdem, wie viele Funktionen integriert werden sollen. "Die Investition rechnet sich für unsere Kunden schnell, weil sie ihre Einsatzplanung noch feiner an die Kundenströme und Verkaufszahlen anpassen können", ist Saalmann überzeugt. Einige hätten von drei bis vier Prozent Umsatzplus berichtet. Die Lösung sei auch für den filialisierten Lebensmittelhandel von Interesse. "Coop in UK, Dank in Dänemark, Best Buy in Kanada und Mexiko sowie Target und Staples in den USA gehören schon zu unseren Kunden."

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