Ortstermin in der dm-Zentrale

von Heidrun Krost
Freitag, 21. Mai 2010
Ausbildung als Zukunfts- und Wettbewerbsthema. Drogeriemarktbetreiber dm lässt sich bei der Ausbildungsleitertagung des Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB) in die Karten schauen.
"Wir machen den Unterschied." Helga Weiß, zuständig für die Aus- und Weiterbildung bei dm-Drogeriemarkt, will Mitarbeitern dies auch als Selbstverständnis vermitteln. Für das international tätige Unternehmen mit deutschlandweit 1.147 Filialen ist Ausbildung Persönlichkeitsbildung, nicht Wissensvermittlung.

"Es muss uns gelingen, das Individuelle anzusprechen und die Potenziale zur Entfaltung zu bringen", so dm-Gründer Götz Werner. In seinem "monologisierendem Dialog" vor rund 150 Ausbildungsleitern deutscher Top-Unternehmen lässt er keinen Zweifel, dass er dm gerade im Mitarbeiterverständnis nachhaltig geprägt hat: keine Bonussysteme, keine Budgets, keine von oben verordneten Umsatzziele.

Das Karlsruher Handelsunternehmen tickt einfach anders. "Und im Mittelpunkt steht der Mensch." Die vermeintliche Floskel gewinnt an Wahrhaftigkeit, wenn Werner erläutert, was er damit meint: Selbstverantwortlichkeit, Wecken der Kreativ- und Schaffenskräfte und vor allem eines – Bewusstsein. Dass dies nicht bis in den letzten Winkel eines Unternehmens und zu jeder Zeit gelingen kann, weiß auch Werner. "Wichtig ist beharrliches Bemühen."

dm geht dabei unkonventionelle Wege. So verpflichten sich Auszubildende, im dm-Jargon "Lernlinge", vertraglich zur Teilnahme an Theaterworkshops. Von den 2.500 Lernlingen, darunter 1.000 zum Ausbildungsjahr 2009 gestartet, werden alljährlich rund 80 Projekte auf die Beine gestellt. Dafür hat dm 120 Künstler unter Vertrag und lässt sich das rund 1 Mio. Euro im Jahr kosten.

Die Theaterwerkstätten sollen künftig auch das Weiterbildungsprogramm des Unternehmens bereichern. Zweifelsohne der Höhepunkt der KWB-Tagung: Erstmals gab es Dienstagabend eine Premiere vor 200 Zuschauern.
(hkr)

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