Überstunden nehmen ab

von Judit Hillemeyer
Freitag, 16. Dezember 2005
In Deutschland leisteten 2005 die 34,5 Millionen Beschäftigten 1,44 Milliarden bezahlte Plusstunden. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit.



Diese Zahl ist in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent zurückgegangen. Nach den Prognosen der Nürnberger Arbeitszeitexperten wird sich am Status quo im kommenden Jahr kaum etwas ändern.

Stärkster Faktor sei die schwache Konjunktur. Ein weiterer Grund: Immer mehr Unternehmen haben Arbeitszeitkonten eingeführt. Damit ist es leichter, zusätzlich geleistete Arbeit durch Freizeit auszugleichen.

Ursache seien aber auch strukturelle Veränderungen des Arbeitsmarktes. Insgesamt hat der Anteil an Teilzeitarbeitplätzen zugenommen. Außerdem habe sich das Angebot an Jobs für Frauen vergrößert - dort fielen traditionell weniger Überstunden an.

Theoretisch entspreche die Zahl der in Deutschland geleisteten Überstunden einem Beschäftigungsäquivalent von einer Million Personen, heißt es. Die meisten Überstunden würden von hochqualifizierten Fachkräften geleistet.

Ihre Aufgaben und Tätigkeiten seien nicht einfach auf andere Arbeitskräfte verteilbar. Demnach leisteten Angestellte mit hochqualifizierten Tätigkeiten fünfmal so viele Überstunden wie ungelernte Arbeitnehmer. (juh)

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