Nestlé Nestlé setzt sich in Bewegung

von Redaktion LZ
Freitag, 17. September 2010
Aktivposten: Der jährliche Chase-Lauf ist ein Highlight im Sportprogramm.
Nestlé
Aktivposten: Der jährliche Chase-Lauf ist ein Highlight im Sportprogramm.
LZnet. Ob im Büro oder am Band: Nestlé-Mitarbeiter sollen fitter werden. Dazu hat der Konzern ein ganzheitliches Gesundheitskonzept aus Bewegung, Ernährung und Prävention auf die Beine gestellt.
Quentin Tarantino hat sieben Mitarbeiter von Nestlé Purina zu einer besonderen sportlichen Leistung inspiriert. In Anlehnung an den gleichnamigen Kinohit des Regisseurs traten sie bei der diesjährigen Global Corporate Challenge als "Inglourious Basterds" an. Und dem erklärten Ziel zu siegen.

Dazu zeichneten die Euskirchener drei Monate lang ihre Bewegungsaktivitäten mit Schrittzählern auf. Pro Tag legte jeder durchschnittlich 30.000 Schritte zurück. Vor wenigen Tagen war es dann geschafft: Die "Ruhmlosen Bastarde" standen als aktivstes der rund 14.000 Unternehmensteams aus aller Welt fest.

Nestlé-Team siegt bei Global Corporate Challenge

Und sie sind nicht die einzige Nestlé-Crew mit sportlichen Ambitionen. Konzernweit brachten es mehr als 5.300 Kollegen auf 8,8 Mrd. Schritte: "Insgesamt belegt Nestlé fünf der sechs vorderen Ränge", berichtet Eva Rauscher, die in der Frankfurter Zentrale als Projektleiterin für das Gesundheitsmanagement zuständig ist.

"Wir haben dieses Jahr sensationell abgeschnitten", freut sich auch Personalvorstand Elke Strathmann, die mit einem Team aus Managementkollegen ebenfalls mitgemacht hat. Für sie ist das Ganze ein wichtiger Teil des Gesundheitskonzepts, mit dem sich der Nahrungsmittelriese auf die Herausforderungen durch eine schrumpfende und alternde Gesellschaft einstellt.

Reaktion auf den demografischen Wandel

"Nicht zuletzt angesichts des demografischen Wandels wollen und müssen wir als Unternehmen noch aktiver werden", lautet ihr Credo. Man wolle den Mitarbeitern "Mittel und Wege aufzeigen, gesünder zu leben und dadurch ihre Arbeitskraft zu erhalten".

In Anlehnung an die Unternehmensstrategie "Health, Wellness, Nutrition" fußt das Konzept auf den drei Säulen Bewegung, Ernährung und Prävention. "Wir gehen das Thema mit einem holistischen Ansatz an", sagt Strathmann. Jedes Jahr bildet ein Aspekt den Schwerpunkt der Aktivitäten.

2008 hieß es "Nestlé bewegt sich", 2009 stand unter dem Motto "Nestlé isst gut". Mehr als 10000 Mitarbeiter wurden zu gesunder Ernährung geschult, das hauseigene Ernährungsstudio besuchte jeden Standort. Mitarbeitergruppen speckten gemeinsam unter Anleitung ab. Allein in Frankfurt schmolzen im vergangenen Jahr mehr als 500 Kilogramm Körperfett dahin.

So isst Nestlé

So isst Nestlé

• Von April bis Mai 2010 wurden die Kantinen an allen 20 Nestlé-Standorten untersucht.

• Die Kriterien: Angebotsvielfalt, Präsentation, Lebensmittelauswahl, Zubereitung, Berücksichtigung der Standards der Deutschen Gesellschaft für Enährung.

• Am besten schneiden mit Schulnote 2 die Werke Singen, Uelzen und Biessenhofen ab, die Zentrale erreicht eine 2,4. Die schlechteste Note ist eine 3.

• Für die Küchenchefs gibt es übergreifende Empfehlungen. Einmal im Jahr ist ein Treffen geplant, virtuell können sie demnächst via Intranet kommunizieren.

• Daneben gibt es Tipps für einzelne Standorte, etwa weniger Fett zu verwenden oder Speisen nicht zu lange warmzuhalten.

• Für nötige Investitionen stehen 1,5 Mio. Euro zur Verfügung. In gut einem Jahr soll überprüft werden, was sich verbessert hat.



"Ich selbst habe mit unserem Programm 20 Kilo abgenommen", so Strathmann. Am Standort Euskirchen machte gleich der komplette Betriebsrat mit. Als Nächstes will Nestlé die Verpflegung seiner 13000 Mitarbeiter optimieren. Dazu wurden jetzt alle Kantinen gecheckt.
Dieses Jahr steht mit "Nestlé beugt vor" die Prävention im Fokus. Sportpromis wie der Arzt und Langstreckenläufer Dr. Thomas Wessinghage sowie der ehemalige Profiboxer und heutige Trainer Thorsten May gaben anlässlich der Auftaktveranstaltung im März ihr Wissen weiter.

Das ganze Jahr über finden Mitmachaktionen und Rückentrainings statt. Selbst die Bildschirmschoner der Computer animieren zu Muskelstretching oder Entspannungsübungen.

Ganzheitlicher Ansatz - langfristige Wirkung

"Insgesamt ist die Resonanz sehr positiv", berichtet Projektleiterin Rauscher. Personalchefin Strathmann warnt allerdings vor überzogenen Erwartungen: "Man sieht die Erfolge nicht sofort am Krankenstand." Gesundheitsmanagement wirke langfristig.

Es gebe aber sichere Indizien dafür, dass sich etwas bewegt, fügt sie augenzwinkernd hinzu: "Der Fahrradständer vor unserem Haus zum Beispiel füllt sich stetig." Auch Elke Strathmann radelt ins Büro.

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