Henkel Henkel sucht Nachwuchs in aller Welt

von Redaktion LZ
Donnerstag, 28. März 2013
Wachsender Markt: In China muss Henkel derzeit 200 vakante Stellen besetzen. In Shanghai entsteht eine Klebstofffabrik mit 600 Arbeitsplätzen.
C. Düthmann
Wachsender Markt: In China muss Henkel derzeit 200 vakante Stellen besetzen. In Shanghai entsteht eine Klebstofffabrik mit 600 Arbeitsplätzen.
LZnet. Henkel hat Talent-Management, Führungsprinzipien, Personalentwicklung und Recruiting global ausgerichtet und vereinheitlicht. Das Unternehmen will auch außerhalb Deutschlands und Europas als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden.
Der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter tobt in China besonders heftig. Die Konkurrenz unter den Arbeitgebern im Reich der Mitte ist hoch, der War for Talents allenthalben spürbar. Und mit der Loyalität der Angestellten ist es nicht weit her. Oft fordern sie schon nach kurzer Zeit im Job ein höheres Gehalt oder eine Beförderung – und kündigen, wenn ihre Wünsche nicht erfüllt werden.

Für die Niederlassungen deutscher Unternehmen kommt erschwerend hinzu, dass sie mit ihren Produkten und ihren Arbeitgeberqualitäten in China nicht so bekannt sind wie auf dem Heimatmarkt. Eine große Herausforderung für Jessica Thiel. Sie ist seit 2009 HR-Director bei Henkel und für das weltweite Talent-Management des Konzerns ebenso verantwortlich wie für Leadership und Learning.

Globaler Ansatz: Jessica Thiel plädiert für einheitliche Leadership-Prinzipien
C. Düthmann
Wichtiges Ziel der Personalstrategin ist es, "die Talent-Pipeline weltweit sicherzustellen". Besonders die Emerging Markets hat sie im Blick. Denn auch hier soll das Unternehmen als "Employer of Choice" wahrgenommen werden.

Weltweite Talent-Pipeline sicherstellen

Vier von fünf Henkel-Mitarbeitern arbeiten außerhalb Deutschlands. Der Hersteller ist in 74 Ländern aktiv und beschäftigt Menschen aus 120 Nationen. Rund 500 Manager pro Jahr werden als "Expats" auf Auslandseinsätze geschickt. Im asiatisch-pazifischen Raum arbeiten derzeit 19 Prozent der insgesamt 47.000 "Henkelaner".

In China ist das Unternehmen mit den Geschäftsbereichen Beauty Care und Klebstoffe aktiv und betreibt 45 Produktionsanlagen. Für eine neue Klebstofffabrik, die gerade für rund 50 Millionen Euro in Shanghai errichtet wird, sucht das Unternehmen 600 Arbeitskräfte. Hinzu kommen rund 200 weitere Positionen, die besetzt werden müssen.

Thiel plädiert deshalb für eine "holistische Strategie" bei der Personalsuche, gerade wenn es um den Nachwuchs für Führungspositionen geht. "Wir müssen das länderübergreifende Recruiting verstärken und unseren Blickwinkel vergrößern", ist die HR-Strategin sicher. Deshalb ist Henkel beispielsweise auf Recruitingmessen in London, Köln oder Sydney vertreten, um die dort studierenden Asiaten dafür zu begeistern, für die Company in ihren Herkunftsländern zu arbeiten.

Holistischer Ansatz bei der der Personalsuche

Auch die Henkel Innovation Challenge (HIC) trägt dazu bei, den Konsumgüterproduzenten als Arbeitgeber im internationalen Maßstab bekannter zu machen. Der Wettbewerb fand in diesem Jahr zum sechsten Mal statt.

In 27 Ländern waren Studenten aufgefordert, sich mit ihren Innovationsideen zu beteiligen. Austragungsort der finalen Runde war Shanghai. "Mittlerweile kommen Universitäten bereits auf uns zu, um die HIC in ihre Veranstaltungen zu integrieren", freut sich Thiel über die wachsende Resonanz des Events.

Bereits vor fünf Jahren hat Henkel ein globales Talent-Management-Konzept für alle Managementpositionen implementiert. Dabei ist genau festgelegt, wann im Jahresverlauf Mitarbeitergespräche, Zielvereinbarungen, Entwicklungsmaßnahmen und Feedbackrunden stattfinden sollen. Leistung und Potenziale jedes Einzelnen werden anhand definierter Kriterien und Kompetenzen gemessen und bewertet.

Via E-Learning sollen vereinbarte Entwicklungsziele effektiver erreicht werden. Das System, das gerade weltweit eingeführt wird, stehe allen Henkel-Mitarbeitern zur Verfügung, so Thiel.

Einheitliches Verständnis von Leadership

 
Seit kurzem ist das Talent-Management auch Mitarbeitern zugänglich, die noch nicht zur Managementriege zählen, aber das Zeug dazu haben. Sie sollen sich ebenfalls in Führungspositionen hineinentwickeln können. Dazu werden sie von ihren Vorgesetzten vorgeschlagen oder bringen sich selbst ins Spiel. "Wir konnten auf diese Weise unseren Pool an Talenten auf einen Schlag um 900 Personen aufstocken – und es werden sicher noch viel mehr", freut sich die HR-Expertin.

Damit alle Führungskräfte an einem Strang ziehen, wurde im vergangenen Jahr ein neues Leadership-Konzept implementiert. "Wir brauchen ein einheitliches Verständnis von Führung", sagt Thiel. Dazu wurden fünf grundlegende Ziele festgezurrt, die nun unternehmensweit ausgerollt werden. Auch die Trainings wurden durchforstet. "Zuvor gab es 100 verschiedene Maßnahmen." Eine Online-Plattform fasst alle Infos und Materialien für die Manager zusammen.

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats