Henkel Henkel-Vorstände diskutieren mit Studenten

von Silke Biester
Freitag, 07. September 2012
Erster Eindruck: Kommt Henkel als Arbeitgeber bei den Studenten in Frage?
WHU
Erster Eindruck: Kommt Henkel als Arbeitgeber bei den Studenten in Frage?
Henkel baut die Zusammenarbeit mit der WHU Otto Beisheim School of Manangement weiter aus. Zum Semesterstart präsentieren CEO Kasper Rorsted und CFO Carsten Knobel gemeinsam, worauf es bei einer zukunftsweisenden Controlling-Strategie ankommt.
Um sich bei potenziellen künftigen Führungskräften frühzeitig als Arbeitgeber zu positionieren, setzt der Konsumgüterkonzern Henkel zunehmend auf die direkte Kooperation mit Universitäten. Eine davon ist WHU Otto Beisheim School of Management, wo vor zwei Jahren eigens ein "Henkel Center for Consumer Goods" (HCCG) ins Leben gerufen wurde.

Eine aktuelle Vertragsverlängerung soll die Partnerschaft auch langfristig intensivieren. "Gerade im Bereich Rechnungswesen und Controlling ist die Zusammenarbeit zwischen Praxis und Wissenschaft enorm wichtig", betont Prof. Dr. Jürgen Weber, Leiter des Instituts für Management und Controlling der WHU.

Controlling@Henkel: Finanzvorstand Carsten Knobel hat die Strategie im Blick.
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Dass das Unternehmen das Engagement für den Nachwuchs ernst meint, zeigt die Vielfalt der Aktivitäten. Dazu gehört die Vorlesungsreihe "Controlling@Henkel", bei der Manager unterschiedlicher Hierarchiestufen persönlich referieren. Als Highlight zum Semesterauftakt reisen Anfang dieser Woche der Henkel Vorstandsvorsitzende Kasper Rorsted und Finanzvorstand Carsten Knobel gleich im Doppel an.

Vor rund 200 Zuhörern erläutern sie anschaulich wie sich das Controlling und damit auch das Profil der verantwortlichen Manager für Finanzen gewandelt hat. Es gehe längst nicht mehr nur darum, im Nachhinein die Zahlen zu analysieren. Vielmehr sei der Finanzvorstand heute permanenter Sparringspartner für den CEO.

Controller als Stratege

Deshalb müsse ein Controller unbedingt strategisch nach vorne blicken und ein tiefgreifendes Verständnis für das Business mitbringen. "Das Controlling hat Einfluss auf die Vision und Werte des Unternehmens", stellt Rorsted die Bedeutung heraus. CFO Knobel ergänzt, dass etwa das Portfolio-Management bei Henkel wesentlich vom Controlling gesteuert wird. Der Einfluss reiche auch bis ins Personal-Management: Denn die Bezahlung der Mitarbeiter orientiere sich an deren Leistung.

Winning Culture: CEO Kasper Rorsted bringt dem potenziellen Führungsnachwuchs persönlich die Werte des Konsumgüterkonzerns näher.
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Ein transparentes Bewertungssystem mache die individuellen Unterschiede sichtbar und wirke über einen Gehaltsbonus motivierend. "Jeder im Team sollte den Wunsch haben, besser zu werden", beschreibt Rorsted die "Winning Culture" des Konzerns. "Wenn wir heute bessere Zahlen haben als früher, dann deshalb, weil wir bessere Leute haben."

Er nutzt die Gelegenheit, den jungen Menschen die Kultur seines Hauses näherzubringen. Grundsätzlich gehe man bei Henkel nicht davon aus, dass Absolventen "fertig ausgebildet" sind, wenn sie von der Uni in den Job wechseln. "Wir haben ein sehr gutes internes Entwicklungsprogramm für Führungskräfte", verweist er auf kontinuierliche Weiterbildung.

Die Basis einer Karriere bei Henkel bilde außerdem das "Tripple-Two-Prinzip": Eine Job-Rotation, durch die Talente die Möglichkeit bekommen, Erfahrungen auf mindestens zwei unterschiedlichen Positionen, in zwei Abteilungen und zwei Ländern zu sammeln.

Praxisnähe im Studium

Die Kooperation mit der WHU sei weit mehr als eine finanzielle Unterstützung. Das HCCG ermögliche einen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Die Forschungsergebnisse kämen auch dem Unternehmen zugute, während die Praxiseinblicke den Studenten dienen.

Eine einzigartige Besonderheit seien darüber hinaus "Real-Life-Cases". Dabei werden die Studenten aufgefordert, zu aktuellen Henkel-Projekten – wie beispielsweise dem anstehenden Relaunch einer Marke – ein Konzept zu entwickeln. Die Ergebnisse werden vor einer Jury aus Professoren und Henkel-Managern präsentiert. "Das ist ganz ähnlich zu einer Präsentation, die bei Henkel Alltag ist", unterstreicht Rorsted die Praxisnähe der Aufgabenstellung.

"Wir wollen bei den Studenten dauerhaft präsent sein", begründet Rorsted die vielschichtige Partnerschaft. Das WHU-interne Arbeitgeber-Ranking zeigt, dass sich das Engagement an der Privat-Uni bisher lohnt. "Henkel ist als Arbeitgeber im Ansehen unserer Studenten deutlich nach vorne gerückt", berichtet Prof. Tim Oliver Brexendorf, Leiter des HCCG an der WHU. (sb)

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