Beiersdorf will weiblicher werden

von Redaktion LZ
Freitag, 20. Mai 2011
Spielraum: Beiersdorf will die Kinderbetreuung ausbauen. Zurzeit finden 56 Mitarbeitersprösslinge im Kindergarten der Zentrale Platz.
Beiersdorf
Spielraum: Beiersdorf will die Kinderbetreuung ausbauen. Zurzeit finden 56 Mitarbeitersprösslinge im Kindergarten der Zentrale Platz.
LZnet. Beiersdorf will mehr Frauen an der Spitze. Ihr Anteil an den ersten drei Führungsebenen unterhalb des Vorstands soll bis 2020 auf 25 bis 30 Prozent steigen.
Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" nennt Beiersdorf-Personalvorstand Ulrich Schmidt verbindliche Ziele in Sachen Frauenquote. Auf den ersten drei Ebenen unterhalb des Vorstands soll es bis zum Ende dieser Dekade 25 bis 30 Prozent Frauen geben. Bislang habe man Frauen bei gleicher Qualifikation nicht bevorzugt. "Das wird sich ändern", kündigt Schmidt an.

Coachings und interne Netzwerke sollen die Mitarbeiterinnen unterstützen. Schmidt will außerdem die Kinderbetreuung ausbauen. Das sei auch im Sinne des Unternehmens, denn: "Wir können es uns nicht leisten, Ressourcen zu vergeuden."

Wirtschaft reagiert auf politischen Druck

Der DAX-Konzern reagiert mit diesen Plänen auch auf Forderungen der Politik. So plädiert Arbeitsministerin Ursula von der Leyen für eine feste gesetzliche Frauenquote bei Vorständen und Aufsichtsräten. Familienministerin Kristina Schröder macht sich für eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft stark.

Ende März hatten die Personalchefs der 30 DAX-Konzerne zugesagt, noch in diesem Jahr unternehmensspezifische Ziele in dieser Frage festzulegen. Dabei entscheidet jede Company selbst, welche Quote sie für welche Hierarchien einführt und bis wann diese erreicht sein soll.

Beiersdorf jedenfalls sieht sich auf einem guten Weg. In den vergangenen sechs Jahren habe sich der Frauenanteil an den ersten drei Führungsebenen von 15 auf 19,6 Prozent leicht erhöht: ein Plus von knapp 0,8 Prozentpunkten pro Jahr. Von den derzeit 230 Managern sind demnach derzeit 45 weiblich.

Langsamer Anstieg des Frauenanteils

Sollte der Frauenanteil bis 2020 bei 25 Prozent liegen, also am unteren Ende des von Schmidt anvisierten Korridors, wären dann 58 der 230 Manager weiblich. Von heute aus gesehen ein Plus von 5,4 Prozentpunkten oder 0,6 Prozentpunkten per annum. Das heißt, in den kommenden neun Jahren kämen gerade mal dreizehn Frauen hinzu. Der Ausbau der weiblichen Präsenz würde sich damit gegenüber den vergangenen sechs Jahren rechnerisch verlangsamen.

Sollte dagegen die Obergrenze der angestrebten Quote – 30 Prozent – erreicht werden, wären es zusätzlich 24 Frauen, die den Sprung in die Führung des Nivea-Konzerns schaffen. Das wäre ein beschleunigter Ausbau des Frauenanteils. Vielleicht ist dann ja auch eine an der Spitze dabei. Die sechs Vorstände von Beiersdorf sind heute samt und sonders Männer.

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