Kommunikative Pioniere gesucht

von Redaktion LZ
Freitag, 03. Juni 2011
Koordinationsaufgabe: Die Coke-Kampagne „Sound Up“ läuft multimedial. Offline- und Online-Kanäle mussten eng verzahnt werden.
Koordinationsaufgabe: Die Coke-Kampagne „Sound Up“ läuft multimedial. Offline- und Online-Kanäle mussten eng verzahnt werden.
LZnet. Mit dem Siegeszug des Web 2.0 und der sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Youtube & Co. halten neue Aufgaben Einzug in die Marketingabteilungen der Konsumgüterwirtschaft.
Social Media ist ein großes Experimentierfeld. Doch zunehmend kristallisieren sich gezielte Strategien heraus. Während die Einzelprojekte anfangs vom vorhandenen Marketingteam gesteuert und von den unterschiedlichsten Agentur-Dienstleistern umgesetzt wurden, entstehen in einigen Unternehmen neue Jobprofile: Digital Marketing, Interactive Marketing oder Social Media Marketing lauten die Spezialisierungen der verantwortlichen Manager.

Das Know-how und der Umgang mit den zukunftsrelevanten Technologien soll im eigenen Hause aufgebaut, gepflegt und multipliziert werden. Der Arbeitsumfang wächst, so dass ganze Teams sich um die kontinuierliche Betreuung zeitgemäßer Kommunikationskanäle kümmern.

Coke entwickelt digitale Kommunikationskonzepte

Bei Coca-Cola beispielsweise pflegt inzwischen ein vierköpfiges Team den Internet-Content sowie die digitalen Beziehungen zu Konsumenten. Es arbeitet eng mit den anderen Funktionsbereichen im Marketing sowie im Bereich Corporate Communications zusammen und aktiviert alle marketingrelevanten Plattformen und Portale im Web 2.0. Übergreifend koordiniert es die Maßnahmen und den Dialog mit Kunden, Konsumenten und Fans.

Innerhalb des "Interactive Teams" gibt es bei dem Getränkeriesen eine Aufgabenteilung nach Marken. Im Detail geht es um die Entwicklung von digitalen Kommunikationskonzepten, Websites, Online Media und Social-Media-Strategien. Ein Beispiel ist die aktuelle Coca-Cola Sound-Up Musikkampagne, bei der Offlinemaßnahmen eng mit der Online- und Social-Media-Kommunikation verzahnt werden mussten.

Auch der Konsumgüterkonzern Henkel baut die webbasierte Kommunikation aus. Seit einiger Zeit hat Frank Horn dort die Stelle des Digital Marketing Directors inne. Seine Aufgabe ist es unter anderem, das gesamte Führungsteam regelmäßig über neue Entwicklungen und Trends zu informieren. Mit der entsprechenden Expertise im eigenen Haus ließen sich die Konzepte externer Agenturen um ein Vielfaches besser beurteilen, lobt eine Verantwortliche die Vorteile.

Trends und Technologien integrieren

Unter der Bezeichnung "Manager Digital Marketing International" bot der Konzern kürzlich eine weitere Stelle für den Ausbau des Bereichs bei Schwarzkopf. "Hauptaufgabe ist die weltweite Entwicklung einer digitalen Marketingstrategie für alle Kosmetikmarken", so wird die Tätigkeit beschrieben.

"Sie nehmen eine Pionierrolle innerhalb des Konzerns ein, integrieren Trends und Technologien gewinnbringend in unsere Organisation, agieren als Inspirator für unsere Brand Manager und treiben gemeinsam mit diesen den Aufbau voran." Der kreative Kopf soll "als Sparringspartner" mit dem Leiter des Bereichs zusammenarbeiten.

Der ständige Austausch mit anderen Abteilungen ist ein wesentlicher Bestandteil des Jobs. Wer sich dafür interessiert, sollte ein Studium Fachrichtung Marketing absolviert haben. Technologieaffinität und Erfahrungen in der Online-Kommunikation sind darüber hinaus hilfreich. Entsprechende Seminare finden sich teilweise bereits an den Hochschulen. Bei Coke verweist man zudem darauf, dass zielgerichtete Fortbildungen auch über die Coca-Cola-University für eigene Mitarbeiter angeboten werden.

Digital Natives stellen neue Anforderungen

Unabhängig davon, ob Spezialisten die Entwicklung im Unternehmen stützen, sind auch die bestehenden Mitarbeiter im Marketing gefordert, sich das zukunftsweisende Know-how aufzubauen. Das Berufsbild des Marketers wandelt sich. Denn die wachsende Zahl von "Digital Natives" stellt neue Anforderungen an die Kommunikation im Allgemeinen.

Dass die Konsumgüterindustrie bei diesem Know-how-Aufbau auf dem richtigen Weg ist, zeigt vielleicht der aktuelle Wechsel eines Digital Marketing Directors aus der Branche zu einem der Topshots der virtuellen Welt: Lucas Watson, kürzlich noch bei Procter & Gamble unter Vertrag, ist künftig bei Youtube auf der Payroll.

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