Danone stiftet Lehrstuhl an der EBS

von Redaktion LZ
Freitag, 05. November 2010
Pioniergeist: Bei der Eröffnung des neuen Lehrstuhls treffen Danone-Topmanager Ramin Khabirpour, Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und EBS-Präsident Christopher Jahns zusammen (v.l.).
Danone
Pioniergeist: Bei der Eröffnung des neuen Lehrstuhls treffen Danone-Topmanager Ramin Khabirpour, Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und EBS-Präsident Christopher Jahns zusammen (v.l.).
LZnet. Die Danone-Gruppe sponsert Deutschlands ersten Lehrstuhl für Social Business an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Der Mopro-Hersteller möchte so die wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet vorantreiben.
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung sind zurzeit heiß diskutierte Themen. Danone und die Business School im Rheingau wollen dafür sorgen, diese Inhalte stärker in der Managementausbildung zu verankern.

Mit Hilfe von Deutschlands erstem Lehrstuhl für Social Business soll die Idee in die Köpfe der Manager von Morgen gebracht werden. Als Schirmherr konnte Prof. Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger von 2006, gewonnen werden.

In dem Forschungs- und Kompetenzzentrum sollen Geschäftsmodelle entwickelt werden, die darauf ausgerichtet sind, durch unternehmerisches Handeln soziale Probleme zu lösen. Die akademische Ausbildung ist für die Umsetzung dieser Ansätze ein zentraler Baustein.

Kompetenzen für den Managementnachwuchs

"Für den Führungsnachwuchs ist es wichtig, Kompetenzen und Fähigkeiten im Bereich Social Business Leadership herauszubilden", sagte Yunus anlässlich der Gründungsveranstaltung des Lehrstuhls Anfang dieser Woche.

Das Institut ist Teil des Centre of Responsible Economy (CORE) an der Hochschule, das die Themenbereiche Verantwortung und Nachhaltigkeit bündelt. Es umfasst eine Senior- und eine Juniorprofessur, für die derzeit Berufungsverfahren laufen.

EBS-Präsident Prof. Christopher Jahns verspricht eine "Topbesetzung von einer der besten Business Schools in Europa" für die Stelle. Namen allerdings lässt er sich noch nicht entlocken.

Danone engagiert sich in der Dritten Welt

Danone engagiert sich bereits seit Längerem im Bereich Social Business. In etwa 30 Projekten weltweit geht der Konzern, über einen Fond finanziert, soziale oder ökolologische Probleme mit einem unternehmerischen Ansatz an.

In Bangladesh betreibt er beispielsweise ein Joint Venture mit der Grameen Bank von Yunus (lz 39-10). Vor Ort produziert das Gemeinschaftsunternehmen Joghurt, das mobile Verkäuferinnen zu lokalen Konditionen vertreiben.

Der Mopro-Spezialist stellt sein Know-how und einen Teil des Investments zur Verfügung – statt Profit steht allerdings die Problemlösung im Vordergrund. Trotzdem müssen sich die Geschäftsmodelle selbst tragen.

Social Business ist nichts für Sozialromantiker

"Social Business ist nichts für Sozialromantiker", sind sich Ramin Khabirpour, General Manager Danone Fresh Dairy Products Central Europe, und EBS-Präsident Jahn einig. Insofern verstehen sich die Beteiligten der Lehrstuhlgründung als "Pioniere mit dem gleichen Ziel".

Man wolle "ein Zeichen setzen, wie man diese Sozial- und Umweltprobleme mit aktiver Einbindung von Unternehmen lösen kann", formuliert der Danone-Manager. Ein Beispiel, das zukünftig auch an anderen Universitäten hierzulande Schule machen soll. Zu Recht, findet Schirmherr Yunus: "Eine Business School ohne Social Business – das hört sich einfach nicht richtig an."

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