Ferrero gibt den Shootingstar

von Redaktion LZ
Freitag, 11. Juni 2010
Lidl und Rewe gewinnen an Attraktivität - PDF siehe rechte Spalte
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Lidl und Rewe gewinnen an Attraktivität - PDF siehe rechte Spalte
LZnet. Adidas, Coca-Cola und L’Oréal sind die drei begehrtesten Arbeitgeber konsumgüteraffiner Studenten. Das zeigt eine Sonderauswertung des Trendence-Instituts für die LZ. Ferrero schafft es aus dem Stand auf den zehnten Platz. 
"Über dieses Ergebnis freuen wir uns ganz besonders", sagt Dr. Alexander Lauer, Personaldirektor bei Ferrero in Frankfurt. Denn bis Ende 2008 sei man in Sachen Personalmarketing noch "eher leise" aufgetreten. "Erst im vergangenen Jahr haben wir begonnen, unsere Arbeitgebermarke proaktiv in Medien, auf Events und in Zusammenarbeit mit Universitäten zu positionieren." Vor diesem Hintergrund sei der zehnte Platz ein vielversprechendes Ergebnis, findet der Personaler. "Es zeigt, dass wir den richtigen Weg gewählt haben, und bestärkt uns darin, diesen auch zukünftig weiter zu verfolgen."

Dem kann Trendence-Geschäftsführer Holger Koch nur beipflichten. Für das weitere Schicksal der Employer Brand Ferrero sei es nun umso wichtiger, "nach dem ersten Erfolg die Arbeit daran nicht einzustellen". Denn eine Arbeitgebermarke wolle, vielleicht stärker noch als eine Produktmarke, "kontinuierlich gepflegt werden". Da ansonsten große Bewegungen innerhalb des Rankings eher die Ausnahme sind, ist Koch über den Shootingstar aus der Süßwarenbranche besonders erstaunt.

Arbeitgebermarken wollen gepflegt werden

Schon sein 39. Platz in der allgemeinen "Business Edition" des Absolventenbarometers sei als höchster Neueinstieg überhaupt "beachtlich". Und unter den handels- und konsumgüteraffinen Studenten, deren Lieblings-Jobadressen die Sonderauswertung für die LZ spiegelt, sei das Unternehmen "offensichtlich sogar noch beliebter".

Auf dem zehnten Rang siedelt es sich direkt hinter begehrten Namen wie Coca-Cola, L’Oréal, Beiersdorf, Unilever, Procter oder Nestlé an, von denen sich kaum einer mehr als ein paar Plätze jährlich nach oben oder unten bewegt.

Mit 15 und 18 erreichen die beiden Handelsriesen Aldi Süd und Metro Group im Ranking wieder respektable Platzierungen. Das konsequente und langfristig angelegte Engagement der Unternehmen für den Nachwuchs hat sich ausgezahlt. Vom viel zitierten schlechten Ruf des Handels als Brötchengeber ist hier kaum mehr etwas zu spüren.

Langfristiges Engagement für den Nachwuchs

Dr. Claudia Schlossberger, Personalbereichsleiterin der Metro Group, nennt die vielfältigen Aktivitäten im Hochschulmarketing als eine Begründung dafür, vor allem die Veranstaltung "Meeting Metro", bei der im vergangenen Jahr "rund 700 Studierende und Absolventen die Gruppe und ihre Konzerngesellschaften intensiv kennen lernen konnten".

Während Aldi Süd seine Position im Vergleich zu 2009 halten konnte und Metro um einen Platz nach hinten rutschte, konnten die Konkurrenten Rewe – nach Platz 30 jetzt auf 28 – und vor allem Lidl Boden gut machen. Der Discounter verbessert sich von Position 33 auf 24. "Er hat der Nachwuchsförderung mehr Relevanz eingeräumt, was angesichts der negativen Schlagzeilen auch nötig war", analysiert Trendence-Chef Koch die rasante Imageentwicklung der Neckarsulmer. Der wenig schmeichelhafte Platz 93 in der allgemeinen BWLer Beliebtheitsliste zeigt allerdings: Auch für Shootingstars gibt es noch viel zu tun.

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