HR-Trends Food-Branche stellt sich auf Demografie ein

von Silke Biester
Freitag, 10. Juli 2015
Beim Umgang mit dem demografischen Wandel sind viele Food-Unternehmen auf dem richtigen Weg, sollten das Maßnahmenpaket jedoch noch weiter ausbauen. Das zeigt die Studie "HR Trends in der Food Value Chain" Personalberatung AFC.
Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind noch nicht gebannt, doch die Mehrheit der Unternehmen ist auf dem richtigen Weg. Was die von der alternden Gesellschaft betroffenen Unternehmensbereiche angeht, zeigen die aktuellen Zahlen eine positive Trendwende.

Die Unternehmen erkennen und nutzen zunehmend die steigende Durchlässigkeit der Food Value Chain, die ihnen die Möglichkeit gibt, entlang der Wertschöpfungskette geeignetes Personal zu rekrutieren.

Auf die Frage, was die Agrar- und Lebensmittelbranche ihren Führungskräften für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie anbietet, sind die Bemühungen zwar erkennbar, gliedern sich allerdings unternehmensspezifisch und zeigen eine eher individuelle Ausprägung.

Home Office, flexible Arbeitszeiten und Kinderbetreuungsangebote sind oft die Standardrezepte, um insbesondere Frauen in Führungspositionen zu fördern oder ihnen zumindest eine Karriereentwicklung zu bieten.

Innovative Lösungen sind in der Branche nicht sehr verbreitet. Nur die Hälfte aller Befragten schaffen überhaupt Anreize für Frauen in Führungspositionen. "Hier muss noch mehr getan werden, um auch die nachhaltige Bindung von Führungskräften sowie die Förderung von Karrieremöglichkeiten für weibliche Bewerber und Führungskräfte sicherzustellen", rät AFC-Geschäftsführer Anselm Elles.

Langfristigkeit und Nachhaltigkeit seien auch bei den Employer-Branding-Strategien wichtig, wenn die Unternehmensmarke gleichermaßen nach außen und innen wirken soll. Die Studienergebnisse zeigten, dass eine Ernüchterung der Personaler eintrete.

Differenzierung als Mittelständler

"Naturgemäß wird es weiterhin Unterschiede zwischen internationalen Konzernen und dem deutschen Mittelstand geben", beobachtet Elles. "Dennoch sollte die überwiegend regional und mittelständisch geprägte Agrar- und Ernährungswirtschaft diese Charakterisierung als Differenzierungsfaktor herausstellen."

Der Wettbewerb um die jungen Talente erfordere zudem eine ressourcenintensive Social-Media-Kommunikationsstrategie als integralen Bestandteil des Employer Brandings. Die Erfolge dieser Recruiting-Aktivitäten liegen laut AFC-Befragung noch hinter den Erwartungen der Personaler zurück, obwohl die Generationen Y und Z ihre Jobwahl online treffen.

"Ein mögliches Erfolgsrezept wäre die Fokussierung der Maßnahmen auf die aktive Nutzung von ein oder zwei Hauptkanälen – etwa Xing und Facebook – um die Nachwuchskräfte dauerhaft für das eigene Unternehmen zu interessieren", empfiehlt Milena Ivanov, Senior Human Resources Manager bei AFC.


(sb)

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