Interview "In den Wachstumsmärkten brauchen wir lokale Teams"

von Christiane Düthmann
Donnerstag, 16. April 2015
Mit dem Studentenwettbewerb "Innovation Challenge" (HIC) wirbt Henkel um Nachwuchstalente aus aller Welt. Darüber hinaus sucht der Hersteller verstärkt berufserfahrene Manager aus den Emerging Marktes und kooperiert dazu jetzt mit internationalen MBA-Schulen. Details erläutert Simone Siebeke, Corporate Vice President HR bei Henkel.
Frau Siebeke, zahlt sich der Aufwand aus, den Sie mit der Henkel Innovation Challenge betreiben?

In der Henkel Innovation Challenge steckt viel Arbeit. Doch die lohnt sich für uns: zum einen für das Employer Branding, zum anderen mit Blick auf das konkrete Recruiting.





 

Wo hat Henkel als Arbeitgebermarke Nachholbedarf?

Wir sind in Europa sehr gut aufgestellt, aber es gibt Regionen, in denen wir als Arbeitgeber noch bekannter werden wollen – etwa in den USA oder einzelnen asiatischen Ländern. Mit der HIC gehen wir gezielt in die Länder, wo wir mit unserem Geschäft wachsen wollen.



 

Welche Länder sind das?

In diesem Jahr sind Algerien und Katar zum ersten Mal dabei.



 

Wie viele Mitarbeiter konnten Sie über den Wettbewerb bereits einstellen?

Er ist für uns eine Möglichkeit, gute und motivierte Studenten aus der ganzen Welt kennenzulernen. Die Teilnehmer beschäftigen sich mehrere Wochen mit Henkel und werden von Senior Managern als Mentoren begleitet. Das sind ideale Voraussetzungen, um zueinander zu finden. Seit Beginn des Wettbewerbs 2008 konnten wir etwa 300 Personen gewinnen, in erster Linie für Praktika, aber auch für Festanstellungen.



 

Wie passt das Event in Ihr gesamtes Employer Branding?

Wir setzen zunehmend auf digitale Kanäle. Auch die Kommunikation rund um die HIC findet vor allem in den sozialen Medien statt. Außerdem arbeiten wir weltweit mit ausgewählten Universitäten und Lehrstühlen zusammen. Über diese "Target Professorships" laden wir Studenten ein, an der HIC teilzunehmen.



 

Steht die Zielgruppe Absolventen insgesamt im Vordergrund?

Ja, hier haben wir eindeutig einen hohen Bedarf. Wir wollen gute Hochschulabsolventen für uns gewinnen und sie weiterentwickeln, damit sie mit uns wachsen. Heute haben wir jährlich mehr als 1.000 interne Beförderungen, und 90 Prozent der Top-Führungspositionen können wir intern besetzen. Wir stellen natürlich auch Mitarbeiter mit Berufserfahrung ein. Bis 2016 wollen wir die Hälfte unseres Umsatzes in den Wachstumsmärkten erzielen. Dafür brauchen wir hervorragende lokale Teams.



 

Welche Tools nutzen Sie dafür?

Wir arbeiten seit 2014 weltweit mit sechs ausgewählten MBA-Schulen zusammen, an denen es einen hohen Anteil an Studenten aus den Emerging Markets gibt, die vier bis sechs Jahre Berufserfahrung haben. Ich gehe davon aus, dass 90 Prozent dieser Studenten offen für neue Karrierechancen sind. Bislang haben wir 15 Personen eingestellt. Wir planen, etwa 40 Mitarbeiter pro Jahr auf diesem Weg zu rekrutieren. Seite 49

 

(cd)

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