L’Oréal fördert Lernlust

von Redaktion LZ
Freitag, 15. März 2013
Jeder Beschäftigte bekommt individuelle Weiterbildungsvorschläge.
Julia Otto/Fotolia.com
Jeder Beschäftigte bekommt individuelle Weiterbildungsvorschläge.
LZnet. L’Oréal hat sein E-Learning-Konzept neu strukturiert. Die Nutzerzahlen sind dadurch von 3 auf 20 Prozent gestiegen.
"Reine Präsenzseminare reichen meist nicht aus", weiß Anna Seifert, Leiterin des Bereichs Weiterbildung bei L’Oréal. Deshalb setzte der Kosmetikkonzern Mitte 2010 ein internationales E-Learning-Projekt auf. "Auf diese Weise verlängern wir den Zeitraum, in dem sich eine Person mit einem bestimmten Thema auseinandersetzt."

Das Spektrum reicht von persönlicher Entwicklung durch Trainings zu Präsentation oder Organisation bis hin zu fachlichen Inhalten von Marketing bis Controlling. Neben der virtuellen Unterstützung konkreter Seminare gibt es Angebote, die allen Mitarbeitern offenstehen. Doch gerade die wurden nur zögernd abgerufen. Nur drei Prozent Nutzer zählte der Hersteller in den ersten zwölf Monaten.

Seifert vermutet die Ursache darin, dass bei der Einführung vor allem der technische Hintergrund im Mittelpunkt stand. Die Mitarbeiter hätten das neue Medium zwar mit großem Interesse angenommen, aber Schwierigkeiten damit, die passenden Inhalte zu finden. "Sie müssen stärker an die Hand genommen werden", schlussfolgert sie.

Dazu wurde das komplette Angebot analog der sieben "L’Oréal-Kompetenzen" neu sortiert. Eine davon lautet "Komplexität meistern", nennt Seifert ein Beispiel. Dazu gehört, richtig organisieren und planen zu können, aber auch, mehrere Projekte gleichzeitig zu bewältigen.

Seminarempfehlungen per E-Mail

Gerade Neulinge, die frisch von der Uni kommen, benötigen hier schon mal Unterstützung. Diese Kompetenzen bilden auch das Gerüst der Mitarbeitergespräche. Im Anschluss daran bekommt heute jeder Angestellte per E-Mail speziell auf ihn abgestimmte Seminarempfehlungen. Er muss nur noch den entsprechenden Link in der Mail anklicken und landet direkt an der richtigen Stelle im E-Learning-System.

Mit der reinen Wissensvermittlung im stillen Kämmerlein aber ist es nicht getan. Seifert wünscht sich, dass die Lernenden mit Fragen und Ideen auf Vorgesetzte und Kollegen zugehen und so den Stoff in den Joballtag integrieren.

Das Kalkül geht auf. Die Nutzerzahlen steigen. "Im vergangenen Jahr lagen wir bei mehr als 20 Prozent", freut sich Seifert und legt die Messlatte noch ein gutes Stück höher: "2013 wollen wir 50 Prozent erreichen und sind dabei auf einem guten Weg."

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