Weiterbildung L’Oréal qualifiziert Category Manager

von Christiane Düthmann
Donnerstag, 18. Dezember 2014
Shopper Activation: Das Aufgabengebiet von Category Managern wächst. In den Lehrplänen der Universitäten jedoch wird der Bereich noch stiefmütterlich behandelt.
Thomas Fedra, L’Oréal
Shopper Activation: Das Aufgabengebiet von Category Managern wächst. In den Lehrplänen der Universitäten jedoch wird der Bereich noch stiefmütterlich behandelt.
Die Anforderungen an Category Manager wachsen. L’Oréal qualifiziert seine Nachwuchskräfte mit einem mehrstufigen Konzept für die komplexe Aufgabe.
Nachwuchs für das Category Management (CM) ist schwer zu finden – vor allem, wenn man hohe Ansprüche hat wie Edzard Meenen. Er ist Leiter Category Management des Geschäftsbereichs Consumer Products bei L‘Oréal Deutschland.

Im Mittelpunkt steht für ihn nicht die Marke, sondern die Kategorie, für deren Wachstum er sich mit seinem zehnköpfigen Team verantwortlich sieht. "Das ist besonders in saturierten Märkten eine entscheidende Weichenstellung", so der Manager. Hinzu kommt der Bereich "Shopper Activation", der das Ziel hat, neue Käufer für die Warengruppen zu gewinnen.

All das erfordert vielseitig ausgebildete Mitarbeiter. "Wir brauchen nicht nur klassisch ausgebildete, zertifizierte Category Manager, sondern auch Marketing-, Marktforschungs- und Vertriebsexperten, um ganzheitlich an unsere Aufgaben herangehen zu können", formuliert Meenen. Gefragt sind multifunktionale Teams.

Universitäten haben Nachholbedarf

Ähnlich wie im Vertrieb reicht die universitäre Vorbildung von Nachwuchskräften im Category Management oft nicht aus. In den meisten Studiengängen wird das Thema in einem Seminar oder einer Vorlesung abgehandelt und ist daher für die Studenten schwer zu fassen. Zudem ist der Bereich "bei den Absolventen nicht top of mind".

Um das zu ändern, präsentiert sich der Kosmetikhersteller verstärkt mit Fallstudien und Vorträgen an seinen Partneruniversitäten. Ein Konzept, das Meenen zufolge bereits Früchte trägt. So verzeichne der Konzern immer häufiger gezielte Anfragen nach Praktika im CM-Bereich. Aus den Reihen ehemaliger Praktikanten wiederum rekrutiert L’Oréal viele Kandidaten für sein Führungskräftenachwuchsprogramm Vertrieb und Marketing, der Hauptquelle für CM-Profile.

Mehrwert auf dem Karriereweg verdeutlichen

"Wir müssen uns so positionieren, dass die jungen Talente den Mehrwert des Bereichs auf ihrem Karriereweg sehen", rührt Meenen die Werbetrommel für sein Fach. Dabei kommt ihm zugute, dass sein Arbeitsgebiet in der Hierarchie prominent angesiedelt ist: Er berichtet direkt an Deutschland-Geschäftsführerin Nathalie Roos.

Sieht CM als ganzheitliche Aufgabe: Edzard Meenen
Für den Transfer des Wissens in die gesamte Organisation sorgen Meenens Mitarbeiter. Ein zweiter Pfeiler der Ausbildung ist die CM-Zertifizierung durch GS1. Zudem wurde im internationalen CM-Team von L’Oréal ein Trainingsprogramm aufgesetzt. Im Beauty Lab in Clichy finden Seminare für Mitarbeiter aus aller Welt statt. Die Fortbildungen richten sich auch an Marketing-, Vertriebs- und Marktforschungsfachleute.

Internationales Austauschprogramm

International ist auch ein Austauschprogramm angelegt. Beim "Shadowing" geht beispielsweise ein CM-Fachmann aus Deutschland für eine Woche nach London und begleitet seinen dortigen Counterpart im beruflichen Alltag – vom Meeting bis hin zum Termin beim Handelskunden. Von der auswärtigen Praxiserfahrung profitiere nicht nur der Einzelne, sondern auch das gesamte Team und andere Abteilungen, berichtet Meenen. Trainings zu Produktdetails runden das Qualifizierungskonzept ab.

(cd)

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats