Helmut Maucher nennt Leitsätze für erfolgreiches Management

von Redaktion LZ
Freitag, 30. November 2012
Signierstunde: Helmut Maucher (r.) und Fredmund Malik präsentieren ihr gemeinsames Werk
Nestlé
Signierstunde: Helmut Maucher (r.) und Fredmund Malik präsentieren ihr gemeinsames Werk
LZnet. Mut, Nerven und Gelassenheit sind für Helmut Maucher Kardinaltugenden eines Managers. Vehement wendet sich der Nestlé-Ehrenpräsident gegen kurzfristiges Shareholder-Value-Denken.
"Kurzfristige Gewinnbetrachtung als einzigen Maßstab für unternehmerischen Erfolg heranzuziehen, ist grundfalsch", wettert Helmut Maucher gegen den "Shareholder-Value-Fetischismus". Wie sich die Dinge verzerrt hätten, sehe man am "Jojo-Effekt", wenn Analysten den Wert von Unternehmen herauf- und herunterbewerten.

"Ungeheure Gier, Dummheit und Kurzfristigkeit" hätten die Finanzkrise erst möglich gemacht. Bevor Aktionäre profitieren können, müsse sich zunächst der Erfolg am Markt einstellen, plädiert der 84-jährige heutige Ehrenpräsident der Nestlé für nachhaltiges und langfristiges Wachstum.

In seiner Zeit an der Spitze, von 1981 bis 2000, machte Maucher das Unternehmen zum weltgrößten Nahrungsmittelkonzern. Er genoss große Freiräume als CEO, auch weil er sich schnell das Vertrauen des Verwaltungsrats erwarb.

Anlässlich der Vorstellung ihres Buches "Maucher und Malik über Management" schildern er und Fredmund Malik, Professor für Unternehmensführung, ihr Verständnis von Führung (Campus Verlag, ISBN 978-3-593-39696-5). Mauchers Erfolg zeige, "dass man den Finanzmärkten nicht ohnmächtig ausgeliefert sei", so Malik. Der Nestlé-Topmanager habe unter Beweis gestellt, wie man "immun gegen den Zeitgeist seine Prinzipien durchsetzt".

Einem guten Manager gehe es "immer um das Unternehmen, nie um sich selbst", formuliert Maucher einen seiner Leitsätze. Neben professionellen Kenntnissen seien vor allem Persönlichkeit und Charakterstärke erforderlich.
Im Rekrutierungsprozess mit seinen "Checklisten" habe dies in der Vergangenheit oft nicht genug Beachtung gefunden, werde aber derzeit wieder neu entdeckt. Auch Bildung gehöre unbedingt zum Rüstzeug einer jeden Führungskraft: "Denn wer nicht gebildet ist, wird irgendwann im Unternehmen auflaufen."

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats