Engagement Mars nutzt HR-Tool für Lieferanten

von Redaktion LZ
Donnerstag, 08. Januar 2015
Gute Zusammenarbeit: An jedem Punkt der Wertschöpfungskette trägt auch der menschliche Umgang zur Leistungsbereitschaft bei.
Mars
Gute Zusammenarbeit: An jedem Punkt der Wertschöpfungskette trägt auch der menschliche Umgang zur Leistungsbereitschaft bei.
LZnet/Silke Biester. Die emotionale Bindung der Mitarbeiter ist bei Mars seit einem Jahrzehnt ein wichtiges Thema. Inzwischen hat der Familienkonzern den klassischen HR-Ansatz auch auf seine Lieferanten übertragen.
Wenn die Belegschaft Dienst nach Vorschrift macht, kann sich das Unternehmen nicht gut entwickeln. Doch wie engagiert arbeiten die eigenen Mitarbeiter? Um das herauszufinden, hat der Süßwaren- und Tierfutterhersteller Mars mit dem Marktforschungsinstitut Gallup zusammengearbeitet, das auf diese Fragestellung spezialisiert ist.

"Als wir vor zehn Jahren anfingen, das Engagement bei Mars zu analysieren, haben wir nicht wirklich gut abgeschnitten", erinnert sich Damian Welch, Global Engagement Director. "Doch wir hatten uns das Ziel gesetzt, besser zu werden als die meisten anderen Unternehmen. Und das haben wir geschafft."

Deutlich mehr stark gebundene Mitarbeiter

Regelmäßig wird bei Mars erhoben, wie stark die Mitarbeiter sich mit ihrer Arbeit und dem Unternehmen verbunden fühlen, denn dies ist die Basis für ihre persönliche Einsatzbereitschaft. Anonym bewerten sie, inwiefern Aussagen wie die folgenden zutreffen: "Bei der Arbeit scheint meine Meinung zu zählen. Es gibt jemanden, der mich in meiner Entwicklung fördert. Ich bekomme Anerkennung. Mein Vorgesetzter oder eine andere Person interessiert sich für mich als Mensch. Ich habe einen guten Freund innerhalb der Firma."

Der Gallup-Engagement-Index zeigt regelmäßig, dass im Bundesdurchschnitt nur rund 15 Prozent der Angestellten eine hohe Bindung zu ihrem Arbeitgeber haben. Bei zwei Dritteln ist sie gering, und bis zu einem Viertel hat gar keine Bindung. Bei Mars sah es 2004 nur geringfügig besser aus.

Verbesserung der Führungskultur

"70 Prozent der emotionalen Bindung eines Mitarbeiters zum Unternehmen hängen von der direkten Führungskraft des Teams ab", weiß Welch, der dafür verantwortlich ist, das Thema in dem Familienkonzern voranzutreiben.

Deshalb stand die Verbesserung der Führungskultur jahrelang ganz oben auf seiner Agenda. "Engagiertes Arbeiten nutzt nicht nur dem Unternehmen, sondern auch dem Mitarbeiter selbst. Er ist zufriedener mit sich und seiner Arbeit."

Das Ergebnis: 2014 sind 72 Prozent der Mitarbeiter stark gebunden. Und nur noch 5 Prozent zählen zu den Bindungslosen. Das zahlt sich aus: "Beziehungsmanagement ist kein ‚nice-to-have‘. Es steigert die Produktivität nachweislich", betont Welch. "Wir konnten eine klare Korrelation zwischen dem messbaren Engagement und den Werten im Bereich Food Safety feststellen." Die Business-Performance sei um 10 bis 15 Prozent gestiegen, die organische Wachstumsrate habe sich verdoppelt und das Profitabilitätswachstum verdreifacht.

Beziehungsmanagement steigert die Produktivität

Andreas Georg steigert die Liefersicherheit mit HR-Know-how.
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Derlei Erfolgsberichte ließen vor geraumer Zeit die globale Einkaufsmannschaft von ebenso engagierten Lieferanten träumen. Mit dem Ziel, auch an diesem Ende der Wertschöpfungskette Mehrwert zu schaffen, ist wiederum in Kooperation mit Gallup ein neues Tool entstanden: Mars hat 1.500 Lieferanten befragt, wie sie die Geschäftsbeziehung beurteilen.

Vom komplizierten zum präferierten Kunden

"Auch Lieferanten haben Mitarbeiter", erläutert Andreas Georg, der für den Einkauf von logistischen Leistungen weltweit verantwortlich ist. "Deren Engagement für uns als Kunden hängt von ähnlichen Faktoren ab wie das der Menschen bei Mars."

Allein schon die Kommunikation habe die Zusammenarbeit verbessert. In etlichen Bereichen hat das Mars-Team auch die eigenen Abläufe so angepasst, dass es für den Partner besser zu handhaben ist. "Kleine Dinge machen oft einen großen Unterschied", weiß Georg.

Vom komplizierten Kunden habe Mars sich in vielen Fällen zum präferierten Kunden gemausert. Das verbessert die Liefersicherheit. "Wenn es einen Kapazitätsengpass gibt, wird oftmals auf der Beziehungsebene entschieden, welcher Kunde beliefert wird."

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