Jugendarbeitslosigkeit Neue Partner für Nestlé-Initiative

von Laura Nies
Donnerstag, 25. September 2014
Setzt auf Signalwirkung: Peter Hadasch, Personalvorstand bei Nestlé Deutschland.
Nestlé
Setzt auf Signalwirkung: Peter Hadasch, Personalvorstand bei Nestlé Deutschland.
Mit dem Ziel, 100.000 Jobperspektiven für junge Menschen zu schaffen, haben sich rund 200 Unternehmen zu einer europäischen Allianz zusammengeschlossen. Diese geht auf eine Initiative von Nestlé zurück.
Nestlé setzt im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit auf Vernetzung. Die nun gestartete Allianz verfolgt das Ziel, 100.000 Jobperspektiven zu schaffen. Dafür hat Nestlé rund 200 Partner gefunden, die ebenfalls Stellen für junge Arbeitssuchende anbieten wollen.

Zu den internationalen Unterstützern der Initiative gehören Unternehmen wie Google, Facebook, Nielsen, DS Smith, Ernst & Young, Chep und Publicis. Als nationale Partner konnte Nestlé DMK Deutsches Milchkontor, Transporeon sowie Wild gewinnen.

Für Peter Hadasch, Personalvorstand bei Nestlé Deutschland, ist die Ausweitung des Programms auf Partnerfirmen und Zulieferer ein logischer Schritt. Nestlés Netzwerk ermögliche es, gemeinsam mehr zu erreichen. Das betont auch der Vorstandsvorsitzende Gerhard Berssenbrügge: "Die Privatwirtschaft steht in der Mitverantwortung, jungen Jobsuchenden eine Zukunftsperspektive zu bieten.

Dem Fachkräftemangel vorbeugen

Doch nur im Verbund mit anderen Unternehmen werden wir wirklich erfolgreich sein." Auch die Partner erkennen die Notwendigkeit, einerseits Möglichkeiten zum Berufseinstieg für junge Menschen anzubieten und andererseits dem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen. Dabei geht es dem Konzern auch um die Signalwirkung des Projekts. Vor allem wolle man Eigeninitiative zeigen, anstatt mit Forderungen an die Politik zu beginnen.

"Aus Größe wächst Verantwortung", erklärt Hadasch den Vorstoß des Konzerns, der in Europa 95.000 Mitarbeiter beschäftigt. Bereits vor einem Jahr hat Nestlé die Basis für die Allianz geschaffen, damals hatte das Unternehmen die "Youth Employment Initiative" gegründet und sich selbst auferlegt, bis 2016 mehr als 20.000 Jobperspektiven für junge Menschen unter 30 Jahren zu schaffen.

Unterstützung für die Bewerbung

Gemeint sind sowohl Praktikums- als auch Ausbildungsplätze sowie Voll- und Teilzeitstellen. Auch Mentoring-Programme und praktische Weiterbildungsmaßnahmen sind Teil der Nestlé-Initiative, etwa für das Schreiben von Bewerbungen oder die Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch. Zudem werden in einem iberisch-deutschen Jugendprogramm Praktikanten und Auszubildende aus Spanien und Portugal beim Start in das Berufsleben unterstützt.

Hintergrund der Initiative sind die anhaltend hohen Arbeitslosenquoten unter europäischen Jugendlichen. In Spanien liegt die Quote junger Arbeitsloser derzeit bei 53,8 Prozent, in Portugal bei 35,5 Prozent und in Frankreich bei 22,5 Prozent. Bisher hat Nestlé eigenen Angaben zufolge von seinen 20.000 angepeilten Stellen 8.000 besetzt.

Während der Vorstellung der nationalen Partner in der deutschen Zentrale in Frankfurt diskutierten auch im Konzernsitz in Vevey neben Nestlés Europa-Chef Laurent Freixe weitere Vertreter von Politik und Wirtschaft über Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit. Per Live-Stream wurde die Debatte europaweit übertragen.

 

(ln)

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