Danone Offen in der Ideenfindung

von Redaktion LZ
Donnerstag, 18. April 2013
YBF bei Danone
H.-R. Schulz
YBF bei Danone
Danone öffnet die Türen: Was bedeutet Innovation für den Milliardenkonzern? Teilnehmer der Young Business Factory bekamen exklusive Antworten.


"Nähe und kurze Entscheidungswege" sind für Andreas Ostermayr der Schlüssel zu gelungenen Innovationen innerhalb des Danone-Konzerns. Der Deutschlandchef gewährte den Teilnehmern der Young Business Factory einen Einblick in die Strukturen des Molkerei-Giganten und das tägliche innovative Feilen an den unterschiedlichsten Prozessen im Unternehmen.

"Food ist lokal", sagt Ostermayr. Diese Grundregel sei im Bereich Produktinnovation wichtig. Trotzdem verfolgen die Deutschen interessiert die Einführungen der Tochtergesellschaften in anderen Ländern des Konzerns genau – ein Pool, aus dem man Erfahrungen schöpfen kann.

Welche Ideen hierzulande weiterverfolgt werden, entscheidet ein monatlich tagendes Innovationskomitee mit Mitarbeitern aus Vertrieb, Marketing, Finanzen, Entwicklung, Beschaffung und der Geschäftsführung. "Wir sind in der Ideenfindung offen, in der Umsetzung stringent", sagt Ostermayr. Nur sechs Monate braucht das Team des Managers bis zum fertigen Produkt. Dabei geht es nicht immer um den ganz großen Wurf. "Die Königsdisziplin ist es, das Kerngeschäft permanent weiterzuentwickeln – damit verdienen wir unser Geld", so der Manager.

"Man muss auch am Regal laut sein"

Produktentwicklerin Lena Groll unterstreicht, wie wichtig dabei ein "integrativer Entwicklungsprozess" ist. Danone setzt darauf, den Konsumenten an früher Stelle mit Gruppendiskussionen und Verkostungen einzubeziehen – und nicht erst am Ende. Besonderer Fokus dabei: Rezeptur und Verpackung des Produkts müssen zusammenpassen und dürfen nicht völlig getrennt voneinander entwickelt werden. Dabei sollen alle fünf menschlichen Sinne einbezogen werden. "Die Harmonie der Sinne ist nicht zu unterschätzen", sagt Groll.

Wie Danone den Kunden am Regal überzeugen will, erläutert Vertriebschef Gerald Hübner. Im Schnitt bleiben den Herstellern nur 97 Sekunden, um sich mit ihren Artikeln zwischen 600 Mopro-Produkten hervorzutun. "Man muss auch am Regal laut sein", sagt Hübner. Er setzt auf Aktionen am Point-of-Sale wie etwa Regal-Couponing, um Impulskäufe zu generieren.

Zudem würden in der Kategorie "innovative Regalkonzepte" wichtiger. Gemeinsam mit Großflächenbetreiber Globus haben die Bayern die gesamte Kategorie überarbeitet. Schwarze Regale, angenehme Beleuchtung und eine neue Segmentierung der Produkte im Regal sorgen in der Testfiliale für gestiegenen Ertrag, mehr Postenkäufe und zufriedene Kunden – das bescheinigt auch der Händler. (itz/sb)

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