Unilever will nachhaltig motivieren

von Redaktion LZ
Freitag, 11. Mai 2012
Alle im Boot: Unilever schwört seine Belegschaft auf den Wertekanon ein.
Unilever
Alle im Boot: Unilever schwört seine Belegschaft auf den Wertekanon ein.
LZnet. Unilever will Nachhaltigkeit und Umsatzwachstum auf einen Nenner bringen. Das soll nicht nur die Motivation der Belegschaft beflügeln, sondern auch die Arbeitgebermarke attraktiver machen.
Im Unilever-Headquarter in Hamburg werden seit kurzem alle Besucher von einer stilisierten Figur in leuchtendem Pink begrüßt, die stolz verkündet: "Ich heiße Birgit Griese und helfe mit, dass 23000 Kinder in Bangladesch zur Schule gehen können und regelmäßige Mahlzeiten bekommen."

Birgit Griese, die es wirklich gibt, arbeitet im Costumer Marketing und hat sich diesen Avatar im Foyer ausgesucht: als Vorläufer einer bald startenden internen Kommunikationskampagne mit dem Arbeitstitel "You".

Jeder Mitarbeiter kann sich über das Intranet seinen Avatar selbst gestalten, jeder seinen persönlichen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit auf spielerische Weise zum Ausdruck bringen. "Wir möchten das Bewusstsein unserer Mitarbeiter für Nachhaltigkeit erhöhen", erklärt Unternehmenssprecher Konstantin Bark. Die Hemmschwelle solle gesenkt und vermittelt werden, dass nachhaltiges Verhalten nicht kompliziert sein muss.

Nachaltiges Verhalten muss nicht kompliziert sein

Bewusst ist das grüne Gewissen nicht auf eine Stabsabteilung beschränkt, sondern in die Gesamtorganisation integriert. Denn der Konzern hat viel vor: Bis 2020 sollen sich die Umweltbelastungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette halbieren, sämtliche landwirtschaftlichen Rohwaren aus nachhaltigem Anbau stammen sowie Gesundheit und Wohlbefinden von mehr als einer Milliarde Menschen durch bessere Ernährung und Hygiene steigen. Parallel soll der Umsatz zulegen – Nachhaltigkeit als wachstumsfördernde Basis der Geschäftsstrategie.

Dafür müssen intern alle ins Boot geholt werden. "Jeder Unilever-Mitarbeiter hat hier seine Rolle zu spielen", betont Chairman Harry Brouwer anlässlich eines Events mit rund 1.000 Beschäftigten. Bei diesem "Big Moment", zu dem auch externe Experten geladen waren, ging es um die Präsentation des Zwischenfazits, ein gutes Jahr nach Verkündung der ehrgeizigen Pläne, und den Startschuss für die nächste, steilere Etappe.

Startschuss für die nächste Etappe

Als Motivation für die Mitarbeiter gab es die "Charitymotion Card", eine Einkaufskarte des gemeinnützigen Online-Shopping-Portals gleichen Namens, das ausgehandelte Rabatte als Spende an karitative Projekte weiterleitet – von jedem über die Karte umgesetzten Euro sind das im Durchschnitt fünf Cent.

Derartige Aktivitäten und Zielsetzungen sollen auch auf die Employer Brand abstrahlen. "Denn Arbeitgeber werden daran gemessen, wie stark sie sich für Nachhaltigkeit engagieren", begründet Bark. "Hier können wir selbstbewusst sagen: Wir gehören zu einem der führenden internationalen Unternehmen in diesem Bereich."

Neue Perspektiven für die Arbeitgebermarke

So eröffne der Sustainable-Living-Plan für Unilever ganz neue Perspektiven in Sachen Arbeitgeberattraktivität, jenseits materieller und finanzieller Anreize. Das fängt an bei dem im Sommer 2009 bezogenen Firmensitz in der Hafen-City mit seiner transparenten, nachhaltigen Architektur und reicht bis zur Unilever-Foundation zur Förderung sozialer oder ökologischer Projekte aus dem privaten Umfeld von Mitarbeitern.

Seit ihrer Gründung 2010 hat diese mehr als 40 Projekte unterstützt: vom Zirkus für lernbehinderte Kinder bis zum Hilfsverein für Obdachlose.

Integration des Top-Managements

Das Top-Management ist ebenfalls involviert. Im Rahmen des "We care"-Programms werden alle Führungskräfte für Themen wie Gesundheit und ressourcenschonende Führung sensibilisiert. Und im "Demografie-Projekt" geht es um Antworten auf Fragen, die sich durch den Wandel der Bevölkerungsstruktur ergeben.

Harry Brouwer umreißt die Einstellung, die Unilever bei seinen Mitarbeitern auslösen möchte: "Ich arbeite gern für ein Unternehmen, das sich für die Welt engagiert."

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