YBF bei Nestlé Deutschland Die Zukunft aktiv gestalten

von Sabrina Schadwinkel und Silke Biester
Donnerstag, 08. September 2016
Nestlé-Chefin Béatrice Guillaume-Grabisch im Gespräch mit den YBF-Teilnehmern David Benthin (l.), Dr. Oetker, und Kai Hochow, Nestlé.
T. Fedra
Nestlé-Chefin Béatrice Guillaume-Grabisch im Gespräch mit den YBF-Teilnehmern David Benthin (l.), Dr. Oetker, und Kai Hochow, Nestlé.
Was will der Verbraucher von morgen? Um diese komplexe Frage drehte sich alles bei der gemeinsamen Young Business Factory der LZ und dem Lebensmittelriesen Nestlé.

Welche Trends sieht der Führungsnachwuchs aus Handel und Industrie für das Leben im Jahr 2030? Insekten als Proteinquelle, intelligente Kühlschränke, die selbst für Essensnachschub sorgen, aber auch effektives Zeitmanagement lauten die Antworten der 150 Teilnehmer des YBF-Zukunfts-Workshops am deutschen Stammsitz von Nestlé in Frankfurt. Damit sind sie schon nah dran an der Zukunftsvision ihres Gastgebers. Das zeigt sich sowohl in den Impuls-Vorträgen als auch bei der Tour durch das Nestlé Competence Centre und nicht zuletzt beim Buffet.

Wie die Zukunft schmecken könnte, dürfen die Young Professionals nämlich selbst testen: Zum Nachtisch reicht Nestlé Schoko-Crossies von der Grille und Heuschrecke auf Gurke – etliche Teilnehmer trauen sich. Zuvor haben sie in der konzerneigenen Kompetenzschmiede einen Blick in die Küche von morgen inklusive Larven-Aufzuchtstation geworfen. Den Strategiewechsel von passiver Krisenkommunikation hin zu einem offensiv kommunizierten Qualitätsverständnis vermittelt ihnen Nestlé genauso wie die digitale Transformation eines Großkonzerns, dessen 335.000 Mitarbeiter in 189 Ländern mit mehr als 2.000 Marken einen Umsatz von zuletzt 92 Milliarden Euro erzielten.

Für den Ausblick in die Zukunft hat der 150 Jahre alte Konzern eigens ein Zukunftsforum unter dem Vorsitz der früheren Familienministerin Renate Schmidt gegründet, das mit der Studie "Wie is(s)t Deutschland 2030?" dem Verbraucher auf den Zahn fühlt. "Den Verbraucher und seine Bedürfnisse ins Zentrum zu stellen", steht für die Deutschland-Chefin von Nestlé, Béatrice Guillaume-Grabisch, dementsprechend ganz oben auf der Agenda. Ernährungstrends à la "Frei von", disruptive Technologien sowie der gesellschaftliche Wertewandel – dies alles gelte es als Unternehmen zu gestalten, bekräftigt die gebürtige Französin, die seit Juli 2015 an der Deutschland-Spitze steht.

YBF-Workshops im Herbst

  • Das Karriereforum der LZ ist am 11./12. Oktober zu Gast beim Filialisten für Wohnaccessoires Depot. CEO Christian Gries erläutert, welche Rolle Innovation, Emotion und Digitalisierung für die strategische Weiterentwicklung des Geschäftsmodells spielen.
  • Am 22./23. November lädt die LZ unter dem Motto "SuperTrends – Besser handeln am POS" zur YBF. Virtual Reality als Live-Erlebnis für alle Teilnehmer bietet die Hamburger Agentur Pilot. Mit dabei: Edeka Nolte und Hieber, Ferrero, Amazon, Media-Saturn und Zukunftsinstitut. Infos: lebensmittelzeitung.net/ybf.

"Die Zukunft gestalten, statt die Vergangenheit verwalten", lautet der Appel der SPD-Politikerin Schmidt an den Führungsnachwuchs der Branche im Publikum. Marktforscher Jens Krüger sieht den "Moment of Truth" gekommen und beschreibt die Abkehr von der starren Industriekultur zur flexiblen Netzökonomie. Trendforscher Peter Wippermann geht davon aus, dass der Faktor Zeit zum Maßstab wird und Unternehmen künftig eine "radikale Agilität" abverlangt. Die neue Erfolgsformel ist für Ex-Metro-Manager Frank Rehme Erlebnis statt Umsatz pro qm. Außerdem werde Aufmerksamkeit zur neuen Währung, meint er. Auch Globus-Einkaufschef Armin Gärtner will den Kunden von morgen vor allem begeistern.

Dem Phänomen, dass Essen zum Religionsersatz und Identifikationsquell wird, spürt Ernährungspsychologe Thomas Ellrott nach. Dass das Konsumverhalten der Verbaucher allerdings in sich nicht widerspruchsfrei ist, darin ist er sich mit Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder einig.

Der Verbraucher hat heute und künftig, nicht zuletzt durch die sozialen Medien, eindeutig mehr Macht. Ob Großkonzern oder Start-up – letztlich gewinnt das Unternehmen, das den Verbraucher versteht, so der breite Konsens. Recht behalten wird die Zukunft.

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