Ritter drängt ins Saisongeschäft
Preiserhöhungen geplant – Vergangenes Jahr zweistelliges Wachstum / Von Iris Titze und Bernd Biehl
Firmeninhaber Alfred T. Ritter feiert 2012 Jubiläum.
Foto: Ritter
LZnet. Mit Vollgas ins Jubiläumsjahr: Ritter will 2012 stärker ins Saisongeschäft einsteigen. Im vergangenen Jahr konnte der Schokoladenhersteller kräftig wachsen.
Verschärfter Kampf um Sonderplatzierungen: Der Schokoladenhersteller Ritter will 2012 stärker ins Saisongeschäft einsteigen und macht damit Wettbewerbern wie Lindt, Kraft Foods und Riegelein Konkurrenz auf der Fläche des Einzelhandels. Die Schokowürfel des schwäbischen Unternehmens sollen 2012 in österlicher und weihnachtlicher Verpackung für ein Umsatzplus sorgen.
"Das Saisongeschäft ist ein großer Umsatzanteil im Süßwarenmarkt, den wir bisher kaum wahrgenommen haben", sagt Thomas Mönkemöller, Verkaufschef für Deutschland. Die Rezepturen und die Verpackungen der Schokowürfel wurden völlig überarbeitet. Mit neuen Sorten will das Familienunternehmen auch im Regal punkten.
Um den Umsatz im zuletzt rückläufigen Tafelschokoladenmarkt anzukurbeln und das hundertjährige Firmenjubiläum zu feiern, nehmen die Waldenbucher 2012 für Werbung einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand.
Neben einer Offensive in dreißig deutschen Kinos sind Jubiläumssorten sowie eine "bunte Schokotour" mit einer Art Promotionmobil geplant. Auch im Unterwegsmarkt, etwa an Flughäfen, wollen die Waldenbucher mehr Potenziale heben.
Mit Blick auf das alte Jahr kann sich Alfred T. Ritter, Miteigentümer und Vorsitzender der Geschäftsführung, über ein Umsatzwachstum von 10 Prozent auf 330 Mio. Euro freuen.
Dies sei nach Angaben des schwäbischen Familienunternehmers der "höchste Umsatz der Firmengeschichte". Es ist ein starkes Wachstum verglichen mit einem zuletzt um 3 Prozent rückläufigen Tafelschokoladenmarkt. Mit einem Anteil von 20,3 Prozent ist der Produzent aus Waldenbuch dem Konkurrenten Kraft Foods mittlerweile dicht auf den Fersen.
"Wir sind im deutschen Handel ein bisschen aggressiver rangegangen", kommentiert Ritter das Wachstum 2011. So hätten beispielsweise Großtafeln sowie spezielle Promotionsorten im Frühling und Sommer Zuwächse bis zu 30 Prozent erreicht.
Neben dem Aktionsgeschäft, das rund 35 Prozent ausmache, sei das Regalgeschäft weiterhin entscheidend. Ritter sieht als weiteren Faktor für das Umsatzplus sein "Qualitätskonzept".
Gut entwickelt hat sich nach Angaben der Schwaben das Auslandsgeschäft, beispielsweise in Osteuropa und Fernost. In Russland konnte Ritter 2011 "hoch zweistellig" wachsen. Der Hersteller investierte in landesweite Fernsehwerbung und organisierte den Vertrieb neu.
In Holland und Italien wurden eigene Gesellschaften gegründet. Der Umsatzanteil des Auslandsgeschäfts stieg demzufolge im vergangenen Jahr um 5 Prozentpunkte auf rund 36 Prozent.
Die Exportabteilung wurde personell um 10 Prozent aufgestockt und umfasst nun fast 100 Mitarbeiter. Für 2012 legt Ritter den Fokus auf Europa, Russland, Skandinavien, aber auch die USA. Dort sind die Schwaben jetzt mit einem eigenen Mann vor Ort.