Absatzentwicklung in der Corona-Krise So hat Deutschland in Kalenderwoche 11 eingekauft

von Marco Kitzmann
Mittwoch, 25. März 2020
Hamsterkäufe wegen der Corona-Krise bewirken die Rationierung von Artikeln wie Toilettenpapier und Desinfektionsmittel.
imago images / Future Image
Hamsterkäufe wegen der Corona-Krise bewirken die Rationierung von Artikeln wie Toilettenpapier und Desinfektionsmittel.
Absatzentwicklung in der Corona-Krise
So hat Deutschland in Kalenderwoche 11 eingekauft
:
:
Info
Abonnenten von LZ Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.
In der zweiten Märzwoche hat sich das große Hamstern nochmal gesteigert – vor allem bei Grundnahrungsmitteln ging die Nachfrage abermals hoch. Brotbackmischungen verzeichneten das größte Plus. Das zeigt der wöchentliche Blick in die Absatzauswertung von Nielsen.

Mehl, Reis, Teigwaren, aber auch Fertiggerichte aller Couleur bestimmen in der zweiten Märzwoche die Warenkörbe deutscher Verbraucher unter dem Eindruck der heranrollenden Corona-Pandemie. In der elften Kalenderwoche zwischen dem 9. und 15. März – die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland steigt in dieser Zeit von rund 1100 auf gut 5800 – verzeichnen die Marktforscher von Nielsen nochmals einen Zuwachs bei Vorratskäufen von haltbaren Lebensmitteln. Am stärksten nachgefragt: Brotbackmischungen mit einem Plus von 335 Prozent gegenüber der gleichen Woche des Vorjahres. Damit löst diese Warenkategorie erstmals Desinfektionsprodukte ab, die aber immer noch einen Zuwachs von 243 Prozent verzeichnen. 

Denselben Trend zeichnen auch vom Statistischen Bundesamt erstmals ausgewertete experimentelle Abverkaufszahlen, wenn teils auch mit deutlich abweichenden Werten.



Dieses Einkaufsverhalten ist typisch für die dritte der von Nielsen identifizierten sechs Phasen der Auswirkungen von Covid-19 auf das Konsumentenverhalten. In dieser Phase nehmen die Vorratskäufe von haltbaren Lebensmitteln sprunghaft zu, nachdem Konsumenten zuvor in Phase eins zunächst proaktiv und gesundheitsbezogen eingekauft und in Phase zwei verstärkt zu Produkten wie Atemmasken und Desinfektionsmitteln gegriffen haben. In Phase vier erwartet Nielsen einen verstärkten Schwenk auf den Online-Kauf – eine Entwicklung, die mit der zunehmenden Erwartung von Ausgangsbeschränkungen bei den Bürgern einhergeht.




Laut Nielsen haben bislang sowohl Industriemarken als auch Eigenmarken von den außerordentlichen Nachfragespitzen profitieren können. Wo sich breite Regallücken auftun, weichen die Verbraucher auf Produkte aus, die sie sonst nicht kaufen. Noch ist in den Zahlen kein Ende des Hamsterns zu erkennen, wenngleich es doch zu erwarten ist: Die ausgeprägten Bevorratungskäufe dürften nach Einschätzung der Marktforscher vorgezogene Einkäufe darstellen, die die deutschen Vorratskammern füllen. "Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese Notvorräte in den kommenden Wochen aufgebraucht werden und als Konsequenz zunächst mit einem Rückgang der Nachfrage gerechnet werden muss", so Nielsen.

Schlagworte zu diesem Artikel:

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats