"Unzureichender Virenschutz" Streiks bei Amazon und Whole Foods

von Denise Klug
Dienstag, 31. März 2020
Auch schon vor dem Ausbruch des Coronavirus gingen in New York Amazon-Arbeiter auf die Straße, um auf die Arbeitsbedingungen beim Online-Riesen aufmerksam zu machen.
imago images / Pacific Press Agency
Auch schon vor dem Ausbruch des Coronavirus gingen in New York Amazon-Arbeiter auf die Straße, um auf die Arbeitsbedingungen beim Online-Riesen aufmerksam zu machen.
"Unzureichender Virenschutz"
Streiks bei Amazon und Whole Foods
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Amazons Mitarbeiter in den USA sind sauer: Sie fühlen sich nicht ausreichend geschützt und wünschen sich mehr Sozialleistungen. Auch in Europa hat es bereits ähnliche Proteste gegeben.

Zwischen 50 und 60 Beschäftigte aus Amazon-Lagern in New York und Staten Island sind gestern während der Arbeitszeit für eine Kundgebung auf die Straße gegangen. Die Demonstranten forderten, dass ein Lager geschlossen und desinfiziert werden soll, nachdem dort ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Laut "NTV" wurde im Anschluss der Organisator des Protests, Christian Smalls, von Amazon entlassen. Das Unternehmen wirft ihm vor, er hätte seine Quarantäne dafür unrechtmäßig verlassen. Smalls streitet ab, in Quarantäne gewesen zu sein, schließlich habe er die ganze Woche vor Ort über die heiklen Arbeitsverhältnisse aufgeklärt.



Mitarbeiter im technischen Bereich wie etwa Entwickler, Product Manager, Designer oder Sicherheitsexperten haben gleichzeitig über die DC Tech Workers Coalition aus Solidarität Forderungen veröffentlicht. Sie machen sich nach eigenen Angaben darüber Sorgen, dass Amazon sowohl die Arbeiter in den Verteilzentren als auch Lieferanten und die Allgemeinheit nicht genug vor der Verbreitung des Coronavirus schütze.

Eine Amazon-Sprecherin verteidigte sich indes gegenüber dem Magazin "TechCrunch": Amazon arbeite hart daran, dass alle Beschäftigten geschützt seien, während das Unternehmen Menschen, auch die am meisten Gefährdeten, als Kunden unterstützt. "Wir haben extreme Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Leute zu gewährleisten." Die Mehrheit der Arbeiter würde immer noch erscheinen und die "heldenhafte Arbeit, unsere Kunden jeden Tag mit Waren zu versorgen" leisten.

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Auch in Europa und bei Whole Foods verärgerte Mitarbeiter

Die Entwicklungen in Amazons US-Lagern folgt auf ähnliche Proteste in Italien, Frankreich und Spanien. In Madrid, Barcelona und Mailand weigerte sich das Unternehmen zunächst mehreren Presseberichten zufolge, Standorte zu schließen, an denen Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet wurden. In Frankreich sind Amazon-Mitarbeiter in den Streik getreten, weil Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien, es einen Mangel an Desinfektionsmittel und unzureichende Reinigung der Arbeitsbereiche gegeben habe.

Auch Beschäftigte von Amazons Biosupermarkt-Linie Whole Foods in den USA sind verärgert. Am heutigen Dienstag wollen sie sich aus Protest krankmelden. Das berichtet das "Vice Magazine". Sie fordern die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für jene, die wegen Selbstquarantäne während der Pandemie zu Hause bleiben müssen, ebenso wie kostenlose Coronavirus-Tests für die Angestellten und eine Gefahrenzulage. "Covid-19 stellt eine sehr reale Gefahr für die Sicherheit unserer Belegschaft und unserer Kunden dar", schreibt die organisierende Gruppe "Whole Worker" auf ihrer Kampagnenseite. "Wir können nicht warten bis Politiker, Institutionen oder unser eigenes Management einschreitet, um uns zu schützen."


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