Agilität "Corona hat uns gezeigt, wie schnell Lösungen umsetzbar sind"

von Julia Wittenhagen
Freitag, 26. Juni 2020
Agilität: Auch in Corona-Zeiten ein Thema
Achtzig20
Agilität: Auch in Corona-Zeiten ein Thema
Agilität
"Corona hat uns gezeigt, wie schnell Lösungen umsetzbar sind"
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Was hat Agilität mit Corona zu tun? Die angesagten Konzepte vor der Pandemie haben keinesfalls ihre Bedeutung verloren, sondern den Praxistest bestanden, glaubt Unternehmensberater Florian Holste.

 

„Jedes Unternehmen muss jeden Tag sein Geschäftsmodell hinterfragen“, ist Florian Holste überzeugt. Er ist CEO bei der Digitalberatung Achtzig 20 und hielt jüngst ein zündendes Webinar beim Bildungsanbieter Integrata Cegos. Seine Unternehmensberatung stellt er so vor: „In Zeiten von Digitalisierung und Wandel ist Schnelligkeit wichtiger als die perfekte Lösung. Konstante Verbesserung ist meist besser als verspätete Perfektion - deshalb leben wir den Pareto-Ansatz: 80 Prozent des Ergebnisses werden in 20 Prozent der Zeit erzielt. Ist dieses Resultat erreicht, muss man sehr genau entscheiden, wie weit man noch gehen will.“

Florian Holste: CEO bei Achtzig20
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Florian Holste: CEO bei Achtzig20

Die Corona-Krise habe die Notwendigkeit zur Veränderungsbereitschaft verstärkt. Trigema fällt  Holste als Beispiel ein. Als der Textilhandel stagnierte, stellte der Familienbetrieb auf die Produktion von Mundschutz um. „Im Einzelhandel war die Herausforderung, Touchpoints mit dem Kunden in den digitalen Bereich überführen.“  Viele Anbieter hätten das erstaunlich schnell geschafft. „Es hat ihnen die Augen geöffnet, wie schnell Lösungen umgesetzt werden können.“

Zu den wichtigen Voraussetzungen für solche Anpassungsprozesse an äußere Veränderungen, zählt er Digitalisierung. „Aber nicht als Selbstzweck, sondern als Ermöglicher von Agilität.“ Beispielhaft nennt er Tools, die die Kommunikation im Team erleichtern: Microsoft Teams für den Austausch, Sharepoint für die Datenablage, Confluence als Wiki und Jira für Tickets zur Aufgabenlösung.   Sie alle haben durch die Corona-Krise an Verbreitung und Akzeptanz gewonnen.

Klassisch-hierarchisch geführte Unternehmen müssten keineswegs komplett in agile Projektteams überführt werden, beruhigt Holste. Schließlich solle das normale Geschäft ja weiterlaufen. „Wir sprechen von einem dualen Betriebssystem.“  Aber: „Wer wie Trigema schnell Teile der Produktion umstellt, wird dafür immer eine schlagkräftige, crossfunktionale Gruppe von Menschen brauchen.“ Anfangen solle man mit denen, die motiviert sind. „Widerstände gegen  Veränderungen werden sie immer finden. Deshalb sei es wichtig, den Beschäftigten zu zeigen, was alles möglich ist und welche Freiräume man ihnen für neue Projekte gibt. „Aus diesem Grund muss eine agile Haltung immer von der Geschäftsleitung vorgelebt werden.“ 

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