Arbeitsmarkt Corona kostet 429.000 Arbeitsplätze

von Julia Wittenhagen
Dienstag, 05. Januar 2021
Bundesagentur für Arbeit
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Arbeitsmarkt
Corona kostet 429.000 Arbeitsplätze
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Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember um 8.000 auf 2,7 Mio. gestiegen. Insgesamt sind in Folge der Pandemie 429.000 mehr Menschen ohne Arbeit als 2019. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, lobte bei der monatlichen Pressekonferenz die stabilisierende Wirkung der Kurzarbeit.

 

"Die Folgen der Corona-Pandemie und der Maßnahmen zu ihrer Eindämmung sind weiterhin sehr deutlich sichtbar. Die stabilisierende Wirkung der Kurzarbeit hat jedoch Beschäftigung gesichert und eine höhere Arbeitslosigkeit verhindert“, sagte Scheele. 
Im Oktober wurde immer noch für 1,99 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach dem Höchststand von 6 Millionen im April. Die Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent wäre sonst vermutlich um mehr als 0,9 Prozentpunkte gegenüber 2019 gestiegen. Aufgrund des zweiten Lockdowns soll aber gerade im Handel die Anmeldung von Kurzarbeit im Dezember wieder sprunghaft angestiegen sein. Nach Schätzung des Ifo-Instituts betrifft dies 150.000 Beschäftigte. 

Auf eine leichte Aufwärtsentwicklung des Arbeitsmarkts im ersten Quartal des Jahres 2021 lässt das Arbeitsmarktbarometer hoffen. Dieser Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) basiert auf einer monatlichen Umfrage unter allen lokalen Arbeitsagenturen. Diese erwarten 2021 keinen erneuten Einbruch der Beschäftigtenzahlen. Viele Betriebe würden ihre Mitarbeiter halten, unterstützt durch Kurzarbeit und Stützungsmaßnahmen. „Inzwischen wissen wir, woran wir mit einem Lockdown sind. Und heute können wir damit rechnen, mit den Impfungen die Pandemie in den Griff zu bekommen“, erklärt Enzo Weber vom IAB. Zu beachten sei allerdings, dass der Befragungszeitraum in der ersten Dezemberhälfte endete, bevor die Verschärfung des Lockdowns beschlossen wurde.

Das Arbeitsangebot hat sich 2020 deutlich verringert. Im Dezember waren 581.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 105.000 weniger als vor einem Jahr. In der Nachvermittlungszeit am Ausbildungsmarkt waren von Oktober bis Dezember coronabedingt mit 73.000 rund 12.000 junge Menschen mehr auf Ausbildungssuche als im letzten Jahr. Dem standen 72.000 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber, 8.000 mehr als im Vorjahr. 33.000 Bewerberinnen und Bewerber und damit knapp die Hälfte waren im Dezember noch unversorgt, weitere 24.000 suchten trotz Alternative weiterhin eine Ausbildungsstelle. Gleichzeitig waren knapp 17.000 Ausbildungsstellen noch unbesetzt.

Für das neue Berichtsjahr 2020/21 sind bislang aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen zehn Prozent weniger Bewerberinnen und Bewerber gemeldet als im Dezember des Vorjahres. Die Zahl der Ausbildungsstellen unterschreitet den Vorjahreswert um acht Prozent.

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