Aussetzung der Ladenmieten Adidas und Deichmann wehren sich gegen Vorwürfe

von Denise Klug
Montag, 30. März 2020
Die Adidas-Filiale auf der Zeil in Frankfurt hat momentan geschlossen.
imago images / Jan Huebner
Die Adidas-Filiale auf der Zeil in Frankfurt hat momentan geschlossen.
Aussetzung der Ladenmieten
Adidas und Deichmann wehren sich gegen Vorwürfe
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Am Wochenende hagelte es Kritik, nachdem bekannt geworden war, dass einige große Nonfood-Händler ihre Miete aussetzen wollen. Jetzt verteidigen sich die Händler: das Vorgehen sei weniger rabiat als dargestellt.

Die Ankündigung, dass Unternehmen wie Adidas, Deichmann, H&M und Media-Saturn ab April keine Miete mehr für ihre wegen der Corona-Krise zahlen wollen, sorgte am vergangenen Wochenende für Empörung. Mehrere Bundesminister, der Deutsche Mieterbund und der Eigentümerverband Haus & Grund kritisierten das Vorgehen scharf.

Die "Bild" zitierte neben anderen Lukas Siebenkotten, den Präsidenten des Deutschen Mieterbundes: "Das ist eine Unverschämtheit sondergleichen. Diese großen Firmen verdienen hervorragendes Geld und berufen sich jetzt auf ein Gesetz, das doch die Kleinen schützen soll." Gleichzeitig zeigten sich die Verbraucher erbost auf Social Media, manche rufen sogar zum Boykott auf. "Konsumenten, zeigt eure Macht #niewiederadidas", schreibt beispielsweise ein User auf Twitter. Ein anderer beschimpft die Unternehmen als Betrüger.



Nun melden sich die Händler zu Wort. Die Aussagen zusammengefasst: Das Ganze ist in ihren Augen ein Missverständnis. "Der Vorwurf, Deichmann würde in der aktuellen Lage zum Schaden anderer Parteien Mietzahlungen verweigern, ist falsch", schreibt der Schuhhändler Deichmann in einer Mitteilung. Stattdessen hätten sie in der aktuellen beispiellosen Situation die Vermieter gebeten, die während der Schließung anstehenden Mietzahlungen vorübergehend zu stunden. "Wir haben kein Interesse daran und werden verhindern, dass Vermieter dadurch in eine Notlage kommen. Sollte sich dies in einzelnen Fällen abzeichnen, würden wir unser Möglichstes tun, um zu helfen."

Auch Adidas sieht sich zu Unrecht angegangen. Gegenüber "Tagesschau.de" erklärte das Unternehmen: "Es geht uns nicht darum, die Miete für den April nicht zu bezahlen. Es geht lediglich um eine Stundung." Adidas sei dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch. "Unsere Vermieter, große Immobilienvermarkter und Versicherungsfonds, haben für diese Maßnahme überwiegend Verständnis gezeigt. Privatpersonen, vier an der Zahl, sind von dieser Stundung ausgenommen und erhalten ihre April-Miete wie gewohnt", so der Unternehmenssprecher.

 

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