Beliebte Arbeitgeber Amazon hat die Wahl

von Silke Biester
Freitag, 01. November 2019
xxx The business people sitting on floor on the white wall background
Artem - stock.adobe.com
xxx The business people sitting on floor on the white wall background
Junge Akademiker mit einem Faible für Handel oder FMCG-Industrie sind begehrt. Fast 80 Prozent von ihnen haben im vergangenen Jahr aktiv einen neuen Job angeboten bekommen. Das zeigt die aktuelle Sonderauswertung des Young Professional Barometers von Trendence für die LZ.

Sie sind der Führungsnachwuchs der Branche: Wer einen Studienabschluss und ein paar Jahre Berufserfahrung nachweisen kann, hat gute Aussichten, sich beruflich weiter zu verbessern. Diese Erfahrung machen die Talente mit einer Affinität zu Handel oder Konsumgüterindustrie noch häufiger als Beschäftigte mit einer Vorliebe zu anderen Branchen.

75,2 Prozent derjenigen, die sich den nächtsten Arbeitgeber im Handel oder E-Commerce suchen würden, wurden in den letzten 12 Monaten von einem Headhunter angesprochen, weitere 58,3 Prozent von einem Personaler und 35,6 Prozent vom Geschäftsführer eines anderen Unternehmens. Nur 21 Prozent blieben ohne Abwerbeversuch. Und es wurde ihnen nicht nur eine Position angeboten. Mindestens fünf verschiedene Angebote allein von einem Headhunter sind Standard.

Auf die Frage "In welcher Branche würdest du dich auf jeden Fall bewerben?" antworten nur 12 Prozent aller Befragten "Handel/E-Commerce" und nur 10,8 Prozent streben in die Konsumgüterindustrie. Diese beiden Gruppen stellen jeweils die Basis der Sonderauswertung für die LZ dar, sie gelten als handelsaffin bzw. FMCG-affin. Zum Vergleich: 39,5 Prozent wollen in die Automobil- und 31,4 Prozent in die Consulting-Branche.

"Sehr wichtig" sind bei der Wahl des Arbeitgebers für 69,1 Prozent der handelsaffinen Kandidaten attraktive Arbeitsaufgaben, ein faires Gehalt (72,1 Prozent), Wertschätzung der Mitarbeitenden (68,3 Prozent) sowie guter Führungsstil (67,7 Prozent). Sie legen noch größeren Wert auf diese Faktoren als der Durchschnitt. Rund ein Drittel empfindet das aktuelle Gehalt, das im Schnitt der Handelsaffinen auf 60.900 Euro im Jahr beziffert wird, als "nicht fair". Ebenso viele sind mit dem Führungsstil des aktuellen Arbeitgebers unzufrieden. Die Konsumgüterbegeisterten verdienen mit durchschnittlich 63.200 Euro pro Jahr zwar etwas mehr, doch den Führungsstil kritisieren sogar 37,5 Prozent.

Etwas mehr als die Hälfte hegen konkrete Wechselabsichten, suchen aktiv oder "ab und zu" nach passenden Jobangeboten. Nicht einmal jeder Zehnte mit Handelsfokus und nur 6,6 Prozent der FMCG-affinen ist definitiv "nicht offen" für einen neuen Job. Die Bindung an den aktuellen Arbeitgeber ist in diesen beiden Gruppen damit deutlich geringer als in der Gesamtheit. Und auch die Weiterempfehlungsrate ist im Vergleich geringer.


Der attraktivste Arbeitgeber für diejenigen, die gerne im Handel arbeiten, ist mit Abstand der Online-Riese Amazon. Satte 35,1 Prozent dieser Young Professionals würden dort eine Bewerbung hinschicken. Zalando (Rang 2) kann sich noch aus einem Viertel aller Interessierten die Besten raussuchen. Und mit 22,2 Prozent erhält die Rewe Group beinahe ebenso viele Bewerbungen. Rewe hat sich im Vergleich zum Vorjahr von Platz 5 auf Platz 3 des Rankings vorgearbeitet. Auch Otto kann sich über wachsende Beliebtheit freuen und schiebt sich von Position 9 auf 5.

Es folgen dm-Drogerie, Edeka und Aldi Süd. Neu im Ranking ist Thalia (17). Und zu den deutlichsten Verlierern zählen Media-Saturn (von 13 auf 18 gerutscht), Müller (von 24 auf 31) und Real (von 29 auf 33). Das hat Auswirkungen auf das Arbeitskräfteangebot: Während sich eine Vielzahl potenzieller Handelsmitarbeiter bei Amazon, Zalando und Rewe bewirbt, bekommt Media-Saturn gerade noch von 4 Prozent der Kandidaten eine Bewerbung, im Vorjahr waren es noch 7,5 Prozent. Bei Real oder Müller bewirbt sich nur jeder Hundertste, bei Norma nur jeder Tausendste (Rang 39, 0,1 Prozent Bewerbungen).

Das Ranking der liebsten FMCG-Arbeitgeber wird von Adidas, Apple und Beiersdorf angeführt. Ferrero hat sich im Ansehen der konsumgüteraffinen Young Professionals von Position 14 auf 7 hoch gearbeitet und Haribo von 20 auf 8. Beliebtheit eingebüßt hat dagegen Johnson & Johnson und ist von 7 auf 16 abgerutscht.

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats