Kurzarbeitergeld Galeria Karstadt Kaufhof fordert unbürokratische Hilfe

von Katy Weber
Donnerstag, 19. März 2020
Die Karstadt-Filiale am Hermannplatz in Berlin hat aktuell geschlossen
imago images / Klaus Martin Höfer
Die Karstadt-Filiale am Hermannplatz in Berlin hat aktuell geschlossen
Kurzarbeitergeld
Galeria Karstadt Kaufhof fordert unbürokratische Hilfe
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Der Betriebsrat von Galeria Karstadt Kaufhof drängt auf eine schnelle und unkomplizierte Umsetzung der Gesetzesbestimmungen zum Kurzarbeitergeld. Das Geld werde für die Beschäftigten kaum reichen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Der Gesamtbetriebsrat von Galeria Karstadt Kaufhof appelliert laut einem Bericht von Nachrichtensender "n-TV" in einem offenen Brief an die Bundesregierung, das Unternehmen mit schnellen und unkomplizierten Nothilfen zu unterstützen. "n-TV" bezieht sich dabei auf ein Schreiben des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Jürgen Ettl, das dem Sender vorliege. Darin heiße es, der deutsche Einzelhandel stehe in der Corona-Krise "in der ersten Reihe der betroffenen Unternehmen". Allein bei Karstadt seien "30.000 Arbeitsplätze und deren Familien in existenzieller Gefahr". Es gelte, diese Gefahr abzuwenden, so Ettl.

"Im deutschen Einzelhandel sprechen wir von über 3,1 Mio. Arbeitsplätzen." Anders als in der Finanzkrise 2008 treffe die Corona-Krise diesmal "die gesamte Realwirtschaft". Zwar loben die Karstadt-Beschäftigten laut "n-TV" die bisherigen Hilfen der Bundesregierung in ihrem Brief, aber sie warnen auch davor, dass diese "allein auf keinen Fall ausreichen" werden. Der Betriebsrat äußere ausdrücklich großes Verständnis für die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, gibt aber zu bedenken, dass ein "Normalzustand" nicht so leicht wieder eintreten werde: "Ein 'Hochfahren' des Geschäftsbetriebes wird nicht 'über Nacht' gehen und auch unsere Kundinnen und Kunden werden einige Zeit brauchen, bevor sie zur Normalität zurückkehren werden", so Betriebsratschef Ettl weiter.

"Wir und alle anderen Einzelhändler sind dringend auf sofortige staatliche Unterstützung angewiesen, um dem schlimmsten Fall zu entgehen", heiße es in dem Schreiben. Als Soforthilfe und in Übereinstimmung mit dem Handelsverband Deutschland forderten die Beschäftigten "schnellstens" Direktzahlungen bis zum 23. März 2020 "zur Sicherstellung der Gehaltszahlungen", außerdem KfW-Bürgschaften ohne Eigenbeteiligung und ohne Risiko-Partnerschaft der privaten Banken sowie die sofortige Stundung der für März und April fälligen Zahlungen an die Sozialversicherungsträger und Finanzbehörden.

Die im Eilverfahren geschaffenen Gesetzesbestimmungen zum Kurzarbeitergeld müssten "schnell und unkompliziert" bearbeitet werden, heißt es in dem Schreiben weiter. Wegen des niedrigen Lohnniveaus werde es vielen Beschäftigten "schwerfallen, mit dem abgesenkten Einkommen ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können". Deshalb müssten die Prozentsätze von derzeit 60 bis 67 Prozent auf 85 bis 90 Prozent angehoben werden.


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