Chancengleichheit Mehr Frauen auf langen Kandidatenlisten

von Silke Biester
Mittwoch, 17. Februar 2021
Kurze Listen infrage kommender Bewerber verstärken Vorurteile und verringern die Chancen weiblicher Kandidaten. Das zeigt eine Studie der Cornell University. Längere Auswahllisten wirken sich positiv auf die Diversität aus.
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Längere Kandidatenlisten bei Jobangeboten führen zu mehr weiblichen Anwärtern in eher männlich dominierten Berufsfeldern. Für diesen Effekt muss die Anzahl der möglichen Aspiranten nur in der frühen Phase des Anwerbungsprozesses größer sein. Die Forscher haben in zehn verschiedenen Untersuchungen analysiert, wie sich eine längere Auswahlliste auf die Diversität bei den Kandidaten auswirkt. Dabei hat sich gezeigt, dass sich konstant mehr Frauen auf den Listen fanden als zuvor. In den meisten Fällen mussten Arbeitgeber die Auswahl lediglich von drei auf sechs Anwärter ausweiten. Dadurch erhöhte sich die Anzahl der Kandidatinnen von durchschnittlich 15 auf 20 Prozent.

"Es ist wichtig, dass wir die Barrieren erkennen, die der Geschlechtergleichheit in allen Phasen des beruflichen Weiterkommens entgegenstehen. Schon bei der frühen Auswahl gibt es oft Hindernisse", erläutert Brian Lucas, Koautor der Studie. Eine längere Auswahlliste ist eine billige und einfache Methode, um die Ungleichheit zu verringern.

Laut den Wissenschaftlern verstärken kurze Kandidatenlisten die Vorurteile von Personalreferenten. Vor allem in hauptsächlich männlich besetzten Bereichen messen sie unbewusst nach klischeehaften Standards, wenn sie nur eine kleine Auswahl haben.

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