Christiane Seeger / Kaufland "Ich bin ein Kind der Tropen"

von Sabrina Schadwinkel
Freitag, 03. November 2017
Christiane Seeger gehört zu den Preisträgern der Stiftung Goldener Zuckerhut 2017.
S. Engelhardt
Christiane Seeger gehört zu den Preisträgern der Stiftung Goldener Zuckerhut 2017.
Christiane Seeger kommt in der Welt herum: In Hongkong wuchs die 29-Jährige auf. Von Vietnam aus hat sie für Kaufland das Einkaufsbüro in Südostasien geleitet. 2018 steht Australien auf dem Programm.

Wie beginnt Ihr Tag?

Mit Kaffee kochen. Der Mensch besteht zu 65 Prozent aus Wasser - der Rest ist Einstellung und Koffein. (lacht)

Was muss passieren, dass Sie gute Laune haben?

Als Tropenkind ist meine Laune vor allem vom Wetter abhängig. Wenn die Sonne scheint, es warm ist und man mir ausreichend Kaffee gibt, ist die Welt in Ordnung.

Sie arbeiten im Einkauf bei Kaufland, was denken Ihre Freunde über Ihren Job?

... dass ich als kleiner Shopaholic lediglich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe.

Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?

Als Leiterin des Einkaufsbüros in Südostasien war ich bis vor Kurzem für das Sourcing und die Beschaffung von Non-Food Ware aus der kompletten Region verantwortlich. Dafür bin ich extrem viel gereist; war in vielen Fabriken, auf Messen und Tagungen.

Wohin geht es für Sie als nächstes?

Nach Australien. Ab 2018 gestalte ich dort auf Einkaufsseite den Markteintritt mit. Da es dabei um komplett neue Strukturen und Prozesse geht, will ich das Preisgeld für passende Fortbildungen einsetzen.

Beenden Sie bitte diesen Satz: Mein Job macht mich froh, weil…

... ich jeden Tag sehe, wie alltägliche Verbrauchsgüter wie Bekleidung, Schuhe, Möbel, Schreibwaren und vieles mehr hergestellt werden und ich dabei extrem viel lerne. Sozusagen wie bei der Sendung mit der Maus, nur live.

... und was bringt Sie manchmal an den Rand der Verzweiflung?

... wenn man in einem kleinen Büro Mädchen für alles ist und dabei manchmal extrem erfinderisch werden muss.

Zur Person

Christiane Seeger (29) schlägt Brücken zwischen den Kulturen. Sie hat interkulturelle Kommunikation studiert und während der Olympischen Spiele in Peking als freiwillige Dolmetscherin gearbeitet. Für Kaufland Hongkong hat sie bereits eine Haushaltsgeräte-Eigenmarke mitentwickelt.

Was war Ihre bislang größte Herausforderung?

Meine Masterarbeit - sie fiel mit meinem Umzug nach Vietnam und der Übernahme der Büroleitung in Südostasien zusammen. Neues Land, neue Stadt, neuer Job, keine Familie und Freunde vor Ort. Da lotet man seine Belastungsgrenze aus. Ich bin sehr froh, dass ich es geschafft habe.

Welchen Beruf könnten Sie niemals ausüben?

Alle Berufe bei denen es lediglich um das Befüllen von Tabellen geht, wären nichts für mich.

Was wollten Sie als Kind werden?

Ich wollte Botschafterin werden. Allerdings ist dies eine Karriere, die sehr fremdbestimmt ist. Wird jemand für Mexiko benötigt, ist man die nächsten drei Jahre dort.

Was machen Sie, wenn Sie nicht arbeiten?

Reisen, wandern und Wassersport sind meine Leidenschaft. Wenn das Wetter schlecht ist, koche ich gerne, am liebsten mit Freunden.

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