Code of Conduct Handelsimmobilienbranche entwickelt Leitfaden für die Krise

von Hans Jürgen Schulz
Donnerstag, 09. April 2020
Insbesondere kleinen und mittelständischen Händlern will der GCSP einen Leitfaden für die Verhandlungen mit Vermietern an die Hand geben (Symbolfoto).
imago images / Rüdiger Wölk
Insbesondere kleinen und mittelständischen Händlern will der GCSP einen Leitfaden für die Verhandlungen mit Vermietern an die Hand geben (Symbolfoto).
Code of Conduct
Handelsimmobilienbranche entwickelt Leitfaden für die Krise
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Händler, die keine Miete mehr zahlen, um Stundungen bitten oder auch unter Vorbehalt zahlen, haben für Unruhe in der Immobilienbranche gesorgt. Jetzt hat das German Council of Shopping Places einen Verhaltenskodex veröffentlicht, der helfen soll, Konflikte partnerschaftlich zu lösen.
Mit einem sogenannten Code of Conduct will die Handelsimmobilienbranche dazu beitragen, dass im Zuge der Corona-Krise entstanden Konflikte zwischen Mietern und Vermietern kooperativ gelöst werden. Unter der Moderation des German Council of Shopping Places (GCSP) wurde ein Leitfaden für die Zusammenarbeit während der Corona-Krise und die Phase danach entwickelt. Der GCSP vertritt bundesweit die Interessen von etwa 700 Mitgliedsunternehmen aus Handel und Handelsimmobilien-Industrie.

Keine Zeit für juristischen Streit

"Die wichtigste Voraussetzung bei allen Mitwirkenden war die übereinstimmende Überzeugung, das wir jetzt keine Zeit haben, uns in juristischen Positionen zu vergraben", stellt Harald Ortner, Vorstand des GCSP fest. "Alle wissen doch, dass die massiven Auswirkungen der Corona-Krise von keiner Seite aus verschuldet werden und wir nur gemeinsam deren Folgen bewältigen können."

Mit dem Code of Conduct habe man nun einen Leitfaden entwickelt, um Verhaltensregeln zwischen Vermieter und Mieter der Handelsimmobilienindustrie für den Zeitraum der Coronakrise zu definieren. Dabei gehe es darum, fair und partnerschaftlich Lösunge zu finden, die die Lasten gleichmäßig verteilen. Insbesondere kleinen und mittelständischen Händlern will man damit einen Leitfaden für die Verhandlungen mit Vermietern an die Hand geben.

Blick auf die Überlebenschancen der Händler

Dabei werden Fragen angesprochen, wie Lösungen aussehen können, die wohl dem Interesse des Mieters als auch der Vermieter gerecht werden. Empfohlen wird in diesem Zusammenhang auch, dass sich beide Partner Einblicke in die Geschäftszahlen geben, um gemeinsam Lösungen für die Zeit zu finden, in der die Geschäfte geschlossen haben. Zugleich wird dort auch auf die Zukunftsfähigkeit der Handelskonzepte abgehoben. Darin wird empfohlen, nur Mieter zu unterstützen, die nach der Krise eine realistische Chance haben, wieder eigenständig lebensfähig zu werden. Von Mietern, "die nicht wesentlich oder nur marginal von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind", wird erwartet, dass sie ihre Mietverträge einhalten.

Das Regelwerk ist rechtlich nicht bindend, sondern stellt lediglich eine Selbstverpflichtung dar. Voraussetzung ist, dass beide Seiten sich darauf als Basis ihrer Verhandlungen einigen können. Der Verhaltenskodex ist auf der Webseite unter www.gcsc.de abrufbar.

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