Corona-Krise Auch Lebensmittelhändler wollen Mietzahlungen kürzen

von Britta Rosbach
Montag, 06. April 2020
Auch Lebensmittelhändler, darunter Edeka Nord und Hit, wollen in Corona-Zeiten ihre Mietzahlungen nur noch eingeschränkt leisten,.
Martin Egbert
Auch Lebensmittelhändler, darunter Edeka Nord und Hit, wollen in Corona-Zeiten ihre Mietzahlungen nur noch eingeschränkt leisten,.
Corona-Krise
Auch Lebensmittelhändler wollen Mietzahlungen kürzen
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Nach einem Medienbericht wollen Edeka Nord und Hit in Corona-Zeiten ihre Filialmieten nur unter Vorbehalt weiterzahlen. Bislang sahen sich vor allem Nonfood-Händler zu diesem Schritt gezwungen. 

Eigentlich zählten Lebensmittelhändler bisher weniger zu den Corona-Betroffenen in der Handelslandschaft. Doch nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" sehen das nicht alle LEH-Unternehmen so. So habe Edeka Nord in einem Schreiben an einen Vermieter angekündigt, die Zahlungen mit Einschränkung weiter zu leisten. "Wir bitten um Verständnis, dass unsere Mietzahlungen ab sofort nur noch unter dem Vorbehalt der Rückzahlung geleistet werden", zitiert das Blatt aus dem Brief der Großhandlung. Als Argument führe Edeka Nord an, die uneingeschränkte Nutzung der Immobilie sei wegen behördlicher Verfügungen beziehungsweise anderer beeinträchtigender Umstände im Zusammenhang mit dem Coronavirus nicht mehr nutzbar wie gewohnt. 

Ein ähnliches Schreiben gebe es von Verbrauchermarktspezialist Hit. Darin rege der Händler eine zeitlich begrenzte Vereinbarung zur sachgerechten Verteilung der Lasten und Risiken an. 

Dass die Unternehmen mit ihren Schreiben Erfolg haben, dürfte fraglich sein. Zumal bislang die gesetzlichen Corona-Mieterleichterungen nur für Kleinstunternehmen und Privatpersonen gelten. Gleichzeitig gibt es vonseiten der Handelsverbände Forderungen nach einer Atempause bei den Gewerbemieten angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Der Handelsverband Deutschland warb kürzlich grundsätzlich um Verständnis für Unternehmen, die die Miete für ihre Läden aussetzen. "Es muss in dieser Krise um eine faire Lastenteilung zwischen Mietern und Vermietern gehen", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. "Stabile Mietverhältnisse liegen auch im Interesse der Vermieter." Genth kritisierte, dass "noch zu viele Immobilieneigentümer (...) keine Konsequenzen aus der besonderen Krisenlage ziehen" würden.

Zu einzelnen Unternehmen wollte sich der HDE nicht äußern. So forderte Genth in der "Passauer Neuen Presse" vom Samstag eine gesetzlich geregelte Mietminderung um 50 Prozent für drei Monate, um die wirtschaftlichen Folgen zu verringern. Seit Mitte März seien rund 300.000 Geschäfte geschlossen. (br/dpa)

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