Corona-Krise Douglas-Investor CVC schießt derzeit kein Kapital nach

von Annette C. Müller
Dienstag, 31. März 2020
Douglas will sich um staatliche Hilfskredite bemühen.
Christian Lattmann
Douglas will sich um staatliche Hilfskredite bemühen.
Corona-Krise
Douglas-Investor CVC schießt derzeit kein Kapital nach
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Mehrheitseigner CVC wird bei seiner Parfümerie-Tochter Douglas vorerst kein eigenes Kapital mehr investieren. Der von der Corona-Krise gebeutelte Parfümeriehändler prüft bereits Staatshilfe.

Douglas muss in der Corona-Krise fürs Erste ohne Kapitalspritze seines Mehrheitseigners CVC auskommen. "Aktuell gibt es keine Notwendigkeit für eine solche Maßnahme", erklärt jetzt CVC auf Anfrage der LZ zu einer denkbaren Kapitalspritze für die Parfümerietochter. Douglas sei "ausreichend finanziert und liquide", betont der Finanzinvestor.

Trotzdem will sich Douglas um staatliche Hilfskredite bemühen. Douglas prüft, so CEO Tina Müller in einem Interview mit dem "Handelsblatt" am Montag, "von der KfW abgesicherte Kredite in Anspruch zu nehmen". Doch ist unklar, ob der Staat über die KfW-Bank auch Unternehmen in Private-Equity-Hand mit Krediten versorgen wird.

"Grundsätzlich: Es gehört zur Sorgfaltspflicht eines jeden Managements alle zur Verfügung stehenden Optionen zu sondieren. Dies gilt unabhängig von der Eigentümerstruktur", heißt es dazu bei CVC. Dem komme auch Douglas nach und prüfe daher die nationalen und regionalen Hilfsprogramme für betroffene Betriebe.

Hohe Nettoverbindlichkeiten

Die Schließung der Douglas-Filialen in ganz Europa seit rund zwei Wochen in Folge der Corona-Maßnahmen belastet Douglas in erheblichem Maße. Nur das Onlinegeschäft ist derzeit in Betrieb. Zudem hat Douglas hohe Nettoverbindlichkeiten in Höhe von zuletzt rund 2,2 Mrd. Euro zu tragen.


"CVC steht voll hinter allen Maßnahmen, die das Douglas-Management in der aktuellen Situation ergriffen hat", erklärt der Investor. Das Geschäftsmodell von Douglas sei fundamental attraktiv. Seit der Beteiligung von CVC habe Douglas seine führende Position in zahlreichen europäischen Ländern ausbauen können.

Für seine eigene Exitstrategie bei Douglas sieht der Finanzinvestor derzeit "keinerlei Handlungsdruck". Douglas sei erst seit 2015 im Portfolio bei CVC. Konkrete Zeitpläne für einen Ausstieg würden nicht veröffentlicht. Die Private-Equity-Gesellschaft hatte laut Zeitungsmeldungen erst vor einigen Wochen die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, Optionen für einen Ausstieg zu prüfen.

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