Corona-Krise Douglas stockt Kurzarbeitergeld auf

von Marco Hübner
Dienstag, 07. April 2020
Wegen der Corona-Pandemie müssen Douglas-Filialen derzeitig geschlossen bleiben.
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Wegen der Corona-Pandemie müssen Douglas-Filialen derzeitig geschlossen bleiben.
Corona-Krise
Douglas stockt Kurzarbeitergeld auf
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Der Parfümeriebetreiber Douglas erhöht das Kurzarbeitergeld seines Personals um 20 Prozent. Die Gehälter für den Monat März seien in voller Höhe ausbezahlt worden. Die Gewerkschaft Verdi hatte das anfängliche Vorgehen des Händlers kritisiert.
Douglas stockt freiwillig das Kurzarbeitergeld seiner Filialmitarbeiter und des Personals in der Verwaltung um 20 Prozent auf. Die Regelung gilt für die Dauer der behördlich angeordneten Filialschließungen, meldet der Parfümeriehändler. Demnach kommen die betroffenen Mitarbeiter in Deutschland durch die Aufstockung der staatlichen Leistung von 60 beziehungsweise 67 Prozent bei einem Kind im Haushalt auf nun etwa 80 Prozent ihres üblichen Nettogehalts.

Die vereinbarte Aufstockung wird auch dann umgesetzt, wenn die von der Bundesagentur für Arbeit gezahlten Leistungen erhöht werden, heißt es. Das Gehalt für den Monat März sei allen Mitarbeitern in voller Höhe ausbezahlt worden. Dies geschah, obwohl ein Teil der Mitarbeiter sich zu dieser Zeit bereits in Kurzarbeit befunden habe, betont der Händler in seiner Mitteilung.
Coronavirus (Symbolbild)
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"Wir wollen unsererseits den verfügbaren finanziellen Rahmen ausreizen, um die Auswirkungen der Corona-Krise auf unsere Mitarbeiter bestmöglich abzufedern", wird Douglas-CEO Tina Müller zitiert. Der Parfümeriebetreiber war jüngst von Verdi für sein Vorgehen in Sachen Kurzarbeit kritisiert worden. Nach Angaben der Gewerkschaft habe das Unternehmen die staatliche Leistung lediglich um fünf Prozent aufgestockt. Gegenüber der LZ hatte Douglas damals keine Zahlen genannt und von einer "flächendeckenden Aufstockung des Kurzarbeitergeldes durch das Unternehmen" gesprochen.

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"In den Verhandlungen zwischen Gewerkschaft, Betriebsrat und Douglas wurde das Maximum rausgeholt", berichtet ein Sprecher von Verdi im Gespräch mit der LZ. Neben dem Entgelt von 100 Prozent im März und der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes um 20 Prozent sei ebenfalls eine Einigung zu den Sonderzahlungen erzielt worden. Demnach habe sich das Unternehmen bereit erklärt, Leistungen wie Urlaubsgeld in vollem Umfang auszuzahlen.

Höchst unbefriedigend sei hingegen die Tatsache, dass diese Regelungen in jedem Handelsunternehmen einzeln verhandelt werden müssen. Die Gewerkschaft drängte auf eine bundesweite Regelung zur Erhöhung des Kurzarbeitergeldes im Einzelhandel auf 90 Prozent. Dem habe der Handelsverband Deutschland vor Kurzem eine Absage erteilt.



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