Corona-Krise Hornbach sieht Sonntag als Option für Entlastung

von Marco Hübner
Donnerstag, 19. März 2020
Hornbach muss nach eigenen Angaben in seinem Markt in Osnabrück vorerst auf Privatkunden verzichten.
Foto: Jörg Eberl
Hornbach muss nach eigenen Angaben in seinem Markt in Osnabrück vorerst auf Privatkunden verzichten.
Corona-Krise
Hornbach sieht Sonntag als Option für Entlastung
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Im Gegensatz zu vielen Akteuren des LEH erwägt Hornbach, einzelne Märkte auch am Sonntag zu öffnen. Das soll den Marktleitern beim Regulieren der Kundenströme mehr Flexibilität verschaffen. Indes muss der Baumarktbetreiber einen seiner 96 deutschen Märkte für Privatkunden schließen.
Der Baumarktbetreiber Hornbach hält sich die Option offen, einzelne Standorte auch sonntags für Kunden zu öffnen. "Das kann unsere Marktleiter dabei entlasten, die Kundenströme zu regulieren und zu versorgen", erklärt ein Sprecher des Unternehmens der LZ. Angesichts der Corona-Krise hat der Händler am Mittwoch damit begonnen, Maßnahmen in seinen Märkten umzusetzen, die Kunden und Mitarbeiter schützen sollen – aber auch den Zugang begrenzen.

"Unsere Mitarbeiter sorgen seit Mittwoch dafür, dass es nicht zu voll in den Filialen wird", berichtet der Sprecher. In kleinen Märkten führe dies dazu, dass Kunden warten müssten, wenn sie in den Baumarkt wollen. Als Beispiel für die Eingrenzungen nennt er einen vergleichsweise kleinflächigen Markt in Bielefeld: "Dort dürfen jetzt nur 70 Kunden auf einmal hinein, damit der Abstand zwischen den Leuten nicht zu gering wird." Damit jeder einkaufen könne, werde die Öffnungsdauer individuell nach Andrang ausgeweitet - wenn nötig auch auf den Sonntag.

Bei den Lebensmittelhändlern Aldi Nord und Süd sowie Lidl sind offene Märkte an Sonntagen derweil noch kein Thema. Edeka, Netto Marken-Discount und Rewe betonten bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur, an den gewohnten Öffnungszeiten von Montag bis Samstag festhalten zu wollen. Auch Wasgau will seine 75 Frischmärkte nicht am Sonntag aufsperren. Der LEH verweist dabei unisono insbesondere auf die Ruhepausen, die seinen Mitarbeitern erhalten bleiben sollen.

Seitens der Regierung dürfen unter anderem Supermärkte, Discounter, SB-Warenhäuser, Drogerien sowie Bau- und Gartenmärkte derzeit diese Möglichkeit nutzen – sofern sie besondere Maßnahmen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen ergreifen. Das schreibt eine am Montag veröffentlichte Leitlinie der Bundesregierung vor. Hornbach komme dem in seinen etwa 96 deutschen Märkten nicht nur durch verkürzte Reinigungsintervalle nach. 

Zwei Meter Mindestabstand

Seit Mittwoch hat der Baumarktbetreiber nach eigenen Angaben neben der Zutrittsbeschränkung weitere Anpassungen vorgenommen, um der aktuellen Situation Rechnung zu tragen: So fänden Beratungsgespräche nur noch an den Infotheken statt – und zwar mit einem Mindestabstand von zwei Metern. In der Kassenzone setze der Händler zudem auf mobile Abstandshalter. Doch nicht überall in der Republik kann Hornbach seine Standorte komplett offen halten.

"In Osnabrück mussten wir unseren Markt auf Anweisung der Behörden für Privatkunden schließen", so der Unternehmenssprecher. Die Stadt habe diese Entscheidung getroffen, nachdem sich die Lage mit dem Coronavirus lokal verschlechtert habe. Für Gewerbekunden stehe die Filiale jedoch weiter offen. Die Nachfrage der Kunden sei hoch: "Wir verkaufen deutlich mehr Gas, Brennholz und Tierfutter." Mit Blick auf das Ausland muss Hornbach indes weit mehr Filialen verkraften, die für die Masse nicht mehr zugänglich sind. "Unsere Läden in Österreich, Schweiz, Tschechien und der Slowakei sind zu", so der Hornbach-Sprecher.

Coronavirus (Symbolbild)
imago images / ZUMA Press

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