Corona-Krise Nonfood-Händler schlagen bei Altmeier Alarm

von Marco Kitzmann
Samstag, 21. März 2020
Peter Altmeier hat Post aus dem Handel bekommen.
imago images / photothek
Peter Altmeier hat Post aus dem Handel bekommen.
Corona-Krise
Nonfood-Händler schlagen bei Altmeier Alarm
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Woolworth, Roller, Takko, Tedi und Kik haben sich in einem gemeinsamen Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmeier gewandt: Es sei ungerecht, dass der Online-Handel in der Corona-Krise kaum beschränkt wird, während sie die Läden schließen müssen. Ihre wirtschaftliche Existenz hänge jetzt an pragmatischen Lösungen.

Fünf Nonfood-Händler – Woolworth, Roller, Takko sowie die Tengelmann-Töchter Tedi und Kik – richten in einem gemeinsamen Schreiben eindringliche Worte an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier: "Auch wenn wir noch gewisse finanzielle Puffer haben – so können wir uns doch nicht gegen die Welle stemmen, die absehbar über uns hereinbrechen wird. Bis zum erhofften Ende der Corona-Krise werden wir nicht überleben können."

Die unterzeichnenden Unternehmenschefs Mechthild Gottkehaskamp, Kurt Jox, Alexander Mattschull, Silvan Wohlfarth und Patrick Zahn beklagen, dass der Online-Handel und bestimmte Voll-Sortiment-Handelsunternehmen weiterhin Geschäfte machen dürften, "während der stationäre Handel inzwischen weitgehend alle Standorte aufgrund behördlicher Anweisung schließen musste", heißt es in dem der LZ vorliegenden Brief. Dies sei "eine große Ungerechtigkeit". Zuerst hatte darüber die "Bild"-Zeitung berichtet.

Nötig seien pragmatische Lösungen, um die wirtschaftliche Existenz der Handelsunternehmen und damit mehrere Millionen von Arbeitsplätzen in Deutschland zu retten. Dazu zählten unter anderem Anpassungen bei  der Kurzarbeiterregelung, bei der "dringend die einheitliche Umstellung von Erstattung auf Vorschuss" vorgenommen werden müsse.

Konkret bitten die Unternehmen neben einem Gespräch um eine Ausnahmegenehmigung, um ihren stationären Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen zu dürfen: "Sehr geehrter Herr Minister, es geht hier nicht um Profit, sondern ausschließlich um unsere Zukunft und sichere Jobs für unsere Mitarbeiter. (…) Viele unserer Mitarbeiter sind bereit, freiwillig den Geschäftsbetrieb – unter maximaler Berücksichtigung aller hygienischen Sicherheitsvorkehrungen – in unseren Filialen fortzuführen."

Auch schnell zugängliche Überbrückungskredite, finanzielle Soforthilfen und die Stundung aller Abgabenarten gehören zu den von den Unternehmen eingeforderten "unbürokratischen Sofort-Maßnahmen".

Antwort vom Ministerium gab es laut "Bild" auch schon: "Dem Minister ist der Ernst der Lage und die damit verbundene, existenzielle Krise vieler Menschen in unterschied­lichen Berufen und Branchen sehr bewusst. Das gesamte Ministerium arbeitet derzeit unter Hochdruck daran, die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten. Im Vorder­grund stehen dabei schnelle und unbürokratische Hilfen für betroffene Unternehmen und Beschäftigte."

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