Coronavirus So schützt der LEH seine Mitarbeiter

von Marco Hübner
Dienstag, 17. März 2020
Die Mitarbeiter im Lebensmittelhandel müssen sich auf strengere Hygienemaßnahmen einstellen.
imago images / biky
Die Mitarbeiter im Lebensmittelhandel müssen sich auf strengere Hygienemaßnahmen einstellen.
Coronavirus
So schützt der LEH seine Mitarbeiter
:
:
Info
Abonnenten von LZ Digital können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.
Der LEH setzt in Zeiten der Corona-Pandemie alles daran, die Warenverfügbarkeit und den Betrieb in den Märkten aufrechtzuerhalten. Dafür verstärken die Händler den Schutz ihrer Mitarbeiter. Hier die wichtigsten Maßnahmen im Überblick.
Die Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland versuchen durch erhöhte Hygienemaßnahmen ihre Mitarbeiter zu schützen. "In den Waschräumen stehen verstärkt Desinfektionsmittel zur Verfügung", berichtet eine Sprecherin von Aldi Nord auf Anfrage der LZ. Zudem werde Kunden unter anderem das kontaktlose Bezahlen empfohlen. "Derzeit prüfen wir kontinuierlich nötige Anpassungen gemäß weiterer Entwicklungen der Situation." Auch die anderen Händler arbeiten daran, mit den sich schnell ändernden Gegebenheiten Schritt zu halten und bestehende Maßnahmen auf die aktuelle Situation anzupassen. Unabhängig davon bereitet auch die Regierung Auflagen zur Hygiene vor.

"Aufgrund der aktuellen Thematik haben wir unsere Mitarbeiter diesbezüglich sensibilisiert sowie unsere regulären Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen intensiviert", erklärt eine Sprecherin der Schwarz-Tochter Kaufland. Des Weiteren verzichte der Händler darauf, an den Frischetheken Mehrwegbehältnisse von Kunden zu befüllen und rate beim Bezahlen von Bargeld ab. Alle Mitarbeiter, insbesondere in den Filialen, der Logistik sowie den Fleischbetrieben, arbeiten derzeit mit vollstem Engagement daran, die Versorgung in den Filialen sicherzustellen, heißt es. 

"Wir stehen in engem Kontakt zu den sicherheitsrelevanten Behörden und Gesundheitsämtern – sollten weitergehende Sofortmaßnahmen notwendig werden", berichtet ein Sprecher der Rewe Group. Die wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter in den Penny- und Rewe-Filialen vor dem Coronavirus sei die korrekte Husten- und Nies-Etikette sowie eine gute Händehygiene. Die Ware selbst sieht das Unternehmen nicht als Problem: "Experten sehen Lebensmittel nicht als Übertragungsweg für das Virus."

Auch die Edekaner verfolgen nach eigenen Angaben die aktuellen Entwicklungen sehr genau. "Sollten Sofortmaßnamen notwendig werden, sind wir jederzeit in der Lage, entsprechend kurzfristig zu reagieren", erklärt ein Sprecher der Zentrale des Handelsriesen. Der Schutz der Mitarbeiter und Kunden stehe an erster Stelle. Ansatz von Edeka sei es neben den gegebenen Hygienemaßnahmen, pragmatische und individuelle Lösungen für den Schutz des Personals zu finden – auch dann, wenn Kinder zu Hause betreut werden müssen. "Dank des Einsatzes der Mitarbeiter sowie flexibler Arbeitszeitregelungen können wir unseren Versorgungsauftrag bislang weiterhin gut erfüllen", heißt es.

Real sieht sich gerüstet

Real sieht sich auf die derzeitige Situation gut vorbereitet: "Unsere Mitarbeiter werden in regelmäßigen Abständen zu Hygienemaßnahmen geschult", sagt ein Real-Sprecher. Zudem habe das Unternehmen in den Sozialräumen und den entsprechenden Arbeitsbereichen (z.B. Frischebereiche) Desinfektionsspender aufgestellt. Das Engagement der Mitarbeiter verdiene in diesen Zeiten höchsten Respekt. Durch ihren Einsatz seien abgesehen von Hygieneartikeln alle Warenkategorien innerhalb kürzester Zeit immer wieder in den Märkten verfügbar. Um die Betreuung von Kindern zu regeln, haben Real-Mitarbeiter einen Anspruch auf eine bezahlte Freistellung im Umfang von zwei Arbeitstagen, heißt es.

Tegut hat nach eigenen Angaben eine ganze Reihe von Maßnahmen und Arbeitsanweisungen auf den Weg gebracht, um die Mitarbeiter zu schützen: Ein Sprecher zählt im Gespräch mit der LZ Maßnahmen wie Einmalhandschuhe bei Kassiervorgängen, zusätzliche Desinfektionsmöglichkeiten in den Märkten und einen großen Katalog an Verhaltensregeln zu Hygiene und Prävention auf. "In schweren Zeiten stehen wir mehr denn je zusammen und legen das Ruder erst aus der Hand, wenn das Boot an Land ist", sagt der Tegut-Sprecher mit Blick auf die Stimmung im Team.

Rossmann hofft auf Ausweitung von Notfallbetreuung

Rossmann setzt neben den üblichen Hygienemaßnahmen auf den Faktor Information, um sein Personal zu schützen: "Wir informieren all unsere Mitarbeiter regelmäßig über die derzeitigen Entwicklungen", erklärt eine Unternehmenssprecherin. Der Drogeriemarktbetreiber hofft außerdem darauf, dass dem Team die Inanspruchnahme einer Notfallbetreuung der Kinder erleichtert wird. "In sieben Bundesländern zählt der Lebensmitteleinzelhandel zu den kritischen Bereichen. Wir hoffen, dass auch andere Bundesländer diesem Vorbild folgen."

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats