Corona-Krise Wie Lidl, Aldi und Hofer Nachbarschaftshilfe pushen wollen

von Jessica Becker
Freitag, 27. März 2020
Die Discounter Lidl und Aldi zeigen mit ihren Appellen zur Nachbarschaftshilfe Haltung.
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Die Discounter Lidl und Aldi zeigen mit ihren Appellen zur Nachbarschaftshilfe Haltung.
Corona-Krise
Wie Lidl, Aldi und Hofer Nachbarschaftshilfe pushen wollen
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Der Lebensmittelhandel nutzt die Krise, um kommunikativ Haltung zu zeigen. Die Discounter Lidl und Aldi sowie die Aldi-Süd-Tochter Hofer in Österreich appellieren mit Aufrufen zur Nachbarschaftshilfe an die soziale Verantwortung ihrer Kunden.
Die Corona-Pandemie hat ein bislang nicht dagewesenes "Wir-Gefühl" hervorgerufen. Die Drogeriemarktbetreiber und der LEH demonstrieren eine ganz neuartige Einheit. Und sie nutzen die Krise, um kommunikativ Haltung zu zeigen sowie zu gegenseitiger Solidarität aufzurufen. Die Discounter Lidl, Aldi und die Aldi-Süd-Tochter Hofer in Österreich appellieren mit verschiedenen Initiativen zur Nachbarschaftshilfe an das "Wir-Gefühl" ihrer Kunden. 

Gestern startete Lidl die Aktion #lidlmitbringer. Unter diesem Hashtag fordert der Discounter aus der Schwarz-Gruppe seine Kunden zur gegenseitigen Unterstützung auf. Kunden sollen für Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn die Einkäufe erledigen und dafür die "Mitbringer-Liste" von Lidl nutzen. Dabei handelt es sich quasi um einen vorgefertigten Einkaufszettel, auf dem zum Beispiel Kontaktdaten der Nutzer sowie benötigte Lebensmittel eingetragen werden können. Außerdem ruft Lidl seine Kunden via Social Media dazu auf, sich auf der gemeinnützigen Helferplattform WirHelfen.eu zu registrieren. 



Neu ist die Idee nicht. Aldi Nord und Aldi Süd hatten bereits vergangene Woche die Initiative #gemeinsamgehtalles ins Leben gerufen. Ein Baustein des Auftritts ist die Kooperation mit Nachbarschaftsinitiativen wie nebenan.de und wirgegencorona.com. Für ältere Mitbürger, die keinen Internetzugang besitzen, haben die Discounter einen Aushangzettel mit dem Titel "Nachbarn helfen Nachbarn" erstellt. Auf diesem können Helfer oder Hilfesuchende ihre Telefonnummer vermerken und so den Kontakt zueinander aufbauen.
 

Hofer thematisiert häusliche Gewalt

Auch die Aldi-Süd-Tochter Hofer in Österreich appelliert in der Corona-Krise an die soziale Verantwortung ihrer Kunden. Bei ihr geht es allerdings nicht um Hilfe bei Einkäufen. Auf seiner Website sowie in seinem Newsletter rückt das Unternehmen das Thema häusliche Gewalt in den Fokus. "Durch die aktuelle Situation rund um das Coronavirus verbringen sehr viele besonders viel Zeit in den eigenen vier Wänden. Deshalb ist es jetzt umso wichtiger, bei häuslicher Gewalt nicht einfach wegzuschauen", schreibt Hofer. Daher unterstütze man die Aktion des Bundeskanzleramts "Schau auf dich, schau auf mich". Damit Betroffene schnell Hilfe bekommen, hat Hofer verschiedene Kontaktadressen angefügt.



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