Kreativ in Krisenzeiten Zehn clevere Service-Ideen von Kaufleuten

von Britta Rosbach
Donnerstag, 09. April 2020
Mehl en masse bietet Falk Paschmann in seinen Edeka-Märkten dieser Tage an.
Edeka Paschmann
Mehl en masse bietet Falk Paschmann in seinen Edeka-Märkten dieser Tage an.
Kreativ in Krisenzeiten
Zehn clevere Service-Ideen von Kaufleuten
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Einlasskontrollen, leergehamsterte Regale, Ansteckungsängste – in Corona-Zeiten ist der Lebensmitteleinkauf für Verbraucher kein Vergnügen. Doch die Krisensituation bringt viele Selbstständige auf pfiffige Service-Ideen, um ihre Kunden bei Laune zu halten. Wir stellen zehn Kreativ-Konzepte vor.

Schlangestehen unterm Zeltdach mit Live-Musik

Am Gründonnerstag ist traditionell Highlife im LEH. Um im Corona-Ostergeschäft die Wartezeit vor der Ladentür angenehmer zu gestalten, hat Edeka Hieber Zelte und Schirme vor seinen Märkten aufgestellt. Falls das Wetter schlechter wird, stehen die Kunden im Trockenen. "Wir schaffen damit Pufferzonen, und als Nervennahrung gibt es für jeden ein Osterei dazu", berichtete Dieter Hieber kürzlich gegenüber der LZ. Damit nicht genug: Via Facebook ist der Händler auf der Suche nach Künstlern, die mit guter Live-Musik seine Kunden draußen unterhalten können. 


Mehl en masse für Osterbäcker

In seinen zehn Märkten rund um Mülheim und Düsseldorf stapelt Edeka Paschmann das rare Backgut im großen Stil. Und zwar in 10- und 25-Kilo-Säcken auf Paletten, ähnlich wie Blumenerde. "Zum einen bieten wir damit den Kunden, die gern backen, genug Zutaten zu Ostern an", kommentiert Falk Paschmann. "Auf der anderen Seite hat die Mehl-Aktion den wichtigen psychologischen Effekt, dass genug Ware für alle da ist." Auf Wunsch bekommen die Kunden ihr Mehl an der Bedientheke auch in kleineren Portionen. Genauso wie die rar gewordene Backhefe. Beide Produkte hat der Kaufmann in großen Gebinden von Gastro-Großhändlern organisiert. 


"Fitness & Back-Studio" statt Unverpackt-Station

Auch Edeka-Händler Stefan Grubendorfer aus Herdecke hat für Ostern vorgesorgt. Gemeinsam mit einem ortsansässigen Konditor, der seine Cafés dichtmachen musste, bietet er in seinem Markt "alles, was das Bäckerherz begehrt". Ob Haselnüsse, Mandeln, Rosinen oder Mehl – in 500 Gramm-Dosen verpackt, verkauft der Edekaner die Zutaten an seine Kunden. Schließlich sei Backen mittlerweile bei vielen zum Familien-Event geworden. "Daher freut es mich ganz besonders, dass wir vielen Menschen jetzt gerade noch rechtzeitig vor dem Osterfest viele köstliche und hochwertige Backzutaten anbieten können", sagt Stefan Grubendorfer.


Platz im Regal für lokale Einzelhändler

Ob Lakritz, Schuhe, Parfums oder Handy-Hüllen – Rewe-Händler Nico Grunert aus Andernach schafft freie Plätze in seinen Regalen für Nonfood-Waren aus der Stadt. In seinem Markt können so einige lokale Einzelhändler, die wegen Corona schließen mussten, Präsenz zeigen und zumindest auf kleiner Fläche ihre Produkte verkaufen. 


Erst Gutscheine sichern, dann Shoppen gehen

Ähnlich macht es der selbständige Kaufmann Rocco Capurso aus Weinstadt. In seinem "Remstal-Markt Mack" können die Kunden an der Info-Theke Gutscheine im Wert von 25 oder 50 Euro von Geschäften und Gastronomen aus dem Ort kaufen. Für jeden Gutschein gibt der Händler als Dankeschön einen Osterhasen obendrauf. Gleichzeitig bewirbt Capurso die neue Einkaufsplattform "zusammenhalten-weinstadt.de", auf der die dortigen Läden ihre Produkte präsentieren und Kontakte herstellen können.


Ostergrüße für Verwandte im Pflegeheim

Dornseifer's Frischemarkt in Attendorn denkt in der Osterzeit an Menschen im Seniorenheim, die nicht besucht werden dürfen. In der Woche vor den Feiertagen können die Kunden für 15 Euro fertig gepackte Osterpräsente, bestehend aus einem Blumenstrauß, Schokolade und einer Grußkarte, an ihre Lieben verschenken. Am Karsamstag liefert der Händler pünktlich zum Fest die Geschenke an die Heimbewohner aus. 
Dornseifers Osteraktion in Attendorn
Screenshot Dornseifer
Dornseifers Osteraktion in Attendorn


Nachbarschaftshilfe über die Markt-Post

Viele Menschen haben derzeit Probleme oder keine Zeit, Einkaufen zu gehen oder ihren Hund auszuführen. Rewe Richrath aus Bergheim hat das erkannt und organisiert Helfer über seine Märkte und Social Media. An den Kassen legen Lutz und Peter Richrath fertige Flyer aus, auf denen die Kunden kostenlose Dienstleistungen für Hilfesuchende eintragen können. Dann werden die Nachrichten im Markt aufgehängt. 


Lachs in Senfsoße fürs Home-Office

Es muss nicht immer Dosenkost sein – um seine Kunden mit schnellen, guten Gerichten zu versorgen, kooperiert Edeka Meyer in seinen Pinneberger Frischecentern mit einem beliebten Gastronomen im Umkreis. Das Restaurant Goldschätzchen aus Prisdorf beliefert die Märkte mit frischgekochten und wechselnden Mitnahmeportionen im Vakuumbeutel. Der Umsatz fließt an den Restaurantbetreiber. "Somit möchten wir unseren Beitrag für die Region in der aktuellen Lage weiter ausbauen", wirbt der Händler via Social Media.


Schutzmasken statt Dirndl

Der Münchener Händler Vollcorner Bio sorgt sich um die Sicherheit seiner Mitarbeiter und Kunden. Statt Dirndl-Mode näht das Münchner Trachtenhaus Rausch für das Marktteam waschbare Baumwoll-Schutzmasken, die so schnell wie möglich verteilt werden sollen. Sobald alle Beschäftigte ausgestattet sind, können auch die Kunden in den Läden den handgemachten Mundschutz kaufen.


Gewinnspiel mit witzigen Ostermomenten

Ostern müssen die Deutschen dieses Jahr zuhause feiern. Edeka Preuß macht aus der misslichen Lage ein Fotogewinnspiel. Wer seine kreativen Ostermomente aus dem "Home Sweet Home" auf der Facebook-Seite der WEZ-Märkte postet, kann Einkaufsgutscheine im Wert von 100 Euro gewinnen. 


 

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