Coronavirus Nonfood-Händler verlieren täglich über eine Millarde Euro

von Redaktion LZ
Dienstag, 17. März 2020
Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE
Santiago Engelhardt
Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE
Coronavirus
Nonfood-Händler verlieren täglich über eine Millarde Euro
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Der Handelsverband Deutschland erwartet eine riesige Pleitewelle. Im Zeitungsinterview rechnet Hauptgeschäftsführer Stefan Genth vor, dass im Bereich Nonfood täglich 1,15 Mrd. Euro an Umsatz wegbrechen.
Der Handel prognostiziert angesichts der Corona-Pandemie eine gewaltige Pleitewelle. Wenn die Läden in den Innenstädten schließen, droht zahlreichen Händlern, insbesondere den Textilhändlern, das Aus. Davon ist Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), überzeugt. Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagt er, dass im Bereich Nonfood täglich 1,15 Mrd. Euro Umsatz wegbricht. 

Während der Lebensmittelhandel gerade profitiere, hätten schon jetzt andere Branchen wie Textil, Möbel, Unterhaltungselektronik, Parfümerien und vielen andere die Hälfte des Umsatzes verloren. "Jetzt kommt der Totalausfall, der ist nicht mehr aufzufangen", wird Genth zitiert. Schon in drei bis vier Wochen werde es Insolvenzen geben. "Dauert der Shutdown acht Wochen, kann der Einzelhandel das nicht aushalten", sagt er weiter.

Die Hilfsangebote der Regierung reichten nicht aus, um laufende Kosten wie Löhne, Mieten und Rechnungen zu bezahlen. Der Handel brauche "jetzt sofort Direktzahlungen", die weit über das Beschlossene hinausgingen. Das Geld solle an die Kaufhäuser und die mittelständischen Unternehmen fließen. Am besten wären laut Genth KfW-Bürgschaften ohne Eigenbeteiligungen.

Auch der Onlinehandel bringt Genth zufolge keine Rettung. Hier würden die Geschäfte nicht so laufen, dass sie die Verluste aus dem stationären Geschäft ausgleichen könnten. Im Bereich Textilien seien die Online-Umsätze bereits um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen. Auch die Lage bei den Mitarbeitern sei sehr angespannt. Auch wenn es Kurzarbeitergeld gebe, fallen für viele Beschäftigte Teile ihres Einkommens weg. (hof)


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