Covid-Schutz für Mitarbeiter "Impfstart im Betrieb nicht vor Ende Mai"

von Silke Biester
Montag, 22. März 2021
Handeln: Anette Wahl-Wachendorf plädiert für Tempo bei der Impfstrategie.
VDBW
Handeln: Anette Wahl-Wachendorf plädiert für Tempo bei der Impfstrategie.
Covid-Schutz für Mitarbeiter
"Impfstart im Betrieb nicht vor Ende Mai"
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Unternehmen können interne Impfkampagnen für ihre Beschäftigten jetzt bereits vorbereiten, sagt Anette Wahl-Wachendorf, Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).

Frau Wahl-Wachendorf, was können Unternehmen heute schon tun, um frühestmöglich die Mitarbeiter impfen lassen zu können?

Sie sollten ihr Interesse beim Betriebsarzt oder dem überbetrieblichen Diensten jetzt anmelden, damit sie terminlich berücksichtigt werden. Außerdem sollten sie unbedingt sofort beginnen, die eigenen Mitarbeiter für das Thema Impfen zu sensibilisieren. Die eigentliche Beratung sollte dabei aber auf jedem Fall ein Gesundheitsexperte, insbesondere der Betriebsarzt leisten. Auch die Absprache mit dem Betriebsrat ist jetzt sinnvoll.

Empfehlen Sie Arbeitgebern, Beschäftigten einen Anreiz für zu zahlen, damit die Impfbereitschaft steigt?

Nein, das würde ich nicht empfehlen. Es ist besser, zu überzeugen und keinen Druck zu machen. Sonst kann das nach hinten losgehen.

Wann rechnen Sie damit, dass Betriebsärzte mit der Impfung in Unternehmen starten?

Wir haben dazu gerade ein Spitzengespräch mit Gesundheitsminister Jens Spahn gehabt. Es zeichnet sich ab, dass sich das noch etwas hinzieht. Vor Ende Mai, Anfang Juni wird es sicher nicht losgehen. Zudem hängt es von diversen Einflussfaktoren ab. In jedem Fall muss reichlich Impfstoff zur Verfügung stehen.


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Wie genau muss die Priorisierung beachtet werden?

Wir werben dafür, dass Schnelligkeit wichtiger ist als Priorisierung. Und es dürfte auch die vorgeschriebene Impfreihenfolge noch etwas gelockert werden. Dennoch sollten die über 60-Jährigen unbedingt Vorrang haben. Das sind hierzulande 3,8 Millionen Beschäftigte.

Sollten Unternehmen eine eigene interne Priorisierung vornehmen?

Ja, es empfiehlt sich, die Häufigkeit und Intensität von Kontakten zu Kunden oder Kollegen zu berücksichtigen. Wer dagegen im Homeoffice arbeitet, kann länger warten. Wohlwissend um mögliche Nebenwirkungen, sollten aber möglichst nur Teile eines Teams zeitgleich geimpft werden, quasi im Schichtsystem, damit nicht eine relevante Mannschaft als Ganzes ausfällt.

Wer zahlt? Sind die Abrechnungsmodalitäten geklärt?

Nein, darüber wird noch verhandelt. Es wird sicher so sein, dass der Impfstoff kostenfrei auch an Betriebe geliefert wird. Alles andere würde niemand verstehen. Aber wer das Honorarar in welcher Höhe für den Impfarzt zahlt, steht noch nicht fest. Auch nicht, wer für organisatorisch nötige Beschäftigte aufkommt.

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