Digitalkampagne für den Handel "Das Image nachhaltig verbessern"

von Silke Biester
Freitag, 31. Mai 2019
Jens Kettler, Vorsitzender des HDE-Bildungsausschusses.
Edeka
Jens Kettler, Vorsitzender des HDE-Bildungsausschusses.
Erstmals startet der Handelsverband Deutschland (HDE) eine digitale Kampagne, um der Jugend Lust auf Ausbildung und Karriere in der Branche zu machen. Jens Kettler, Vorsitzender des HDE-Bildungsausschusses, über die Ziele.

Herr Kettler, der HDE startet erstmals eine Azubi-Kampagne für den gesamten Handel als Arbeitgeber bzw. Ausbilder. Welche Ziele werden damit verfolgt?

Der Handel ist einer der größten Ausbilder Deutschlands. Mit der Azubi-Kampagne möchten wir nicht nur die Vielfalt an Möglichkeiten darstellen, die eine Ausbildung oder ein duales Studium ermöglicht, sondern auch aufzeigen, wie junge Menschen ihre Interessen und Hobbys zum Beruf machen können.

Viele Unternehmen informieren selbst umfassend, um Nachwuchs anzulocken. Was kann der HDE darüber hinaus bewirken?

Der HDE kann mit dieser Kampagne übergeordnet vor allem die Breite und Vielfältigkeit an Ausbildungs-, Studien- und Karrierewegen darstellen, die in der großen, bunten, spannenden Welt des Handels möglich sind.

Der Handel hat nicht das beste Image, aber großen Personalbedarf. Kann man das mit Marketing nachhaltig beeinflussen?

Der Handel bietet unendlich viele tolle, kreative Wege für junge Menschen – das zu transportieren und jungen Leuten adäquat zu vermitteln, stellt eine Herausforderung dar. Der stellen wir uns und möchten mit der Kampagne nicht nur Aufmerksamkeit schaffen, sondern einen tiefen Einblick in die Handelslandschaft geben. So ist es unser Ziel, auch das Image der Branche nachhaltig zu verbessern.

Wo versuchen Sie die Jugendlichen zu erreichen?

Zuallererst dort, wo der junge Nachwuchs heutzutage zu Hause ist: in der digitalen Welt. Deshalb liegt der Kampagnenfokus auf digitalen Elementen. Zentraler Ausgangspunkt und Content-Hub ist unsere Kampagnenwebsite, die neben Informationen, Bewerbungstipps und Leitfäden auch interaktive Formate, z.B. ein Quiz bereitstellt. Einen Eindruck vom echten Azubi-Alltag im Handel vermitteln darüber hinaus Bewegtbildformate und Videos.

In welchem Maße ist die klassische Ausbildung heute noch Basis für eine Berufslaufbahn im Handel?

Die "klassische" Ausbildung ist immer noch – und wird es auch bleiben – die Basis für eine Berufslaufbahn im Handel. Über 80 Prozent der heutigen Führungskräfte haben ihren Werdegang mit einer Ausbildung begonnen. Zweifelsohne werden diese Berufe immer wieder auf den Prüfstand gestellt, überarbeitet und modernisiert. So hat der Kaufmann im Einzelhandel schon seit der letzten Überarbeitung die Wahlqualifikation "Onlinehandel". Und mit dem "Kaufmann für E Commerce" hat der Handel als Pionier einen auf digitale und Cross-Channel ausgerichtete Ausbildung geschaffen.

Gelingt es inzwischen verstärkt, Abiturienten zu erreichen? Sind sie Zielgruppe der Kampagne?

Natürlich sind Abiturienten ein wesentlicher Bestandteil der Kampagne. Der Handel stellt seit Jahrzehnten mit den "Abiturientenmodelllen" ein absolutes Erfolgsmodell – das zeigen allein die rund 10 000 bei der Berufsakademie gemeldeten Ausbildungsplätze.

Trägt der neue Beruf Kaufmann E-Commerce zu einem moderneren Image der ganzen Branche bei?

Der Kaufmann E-Commerce ist mit über 1 000 Auszubildenden in sein erstes Jahr gestartet – ein wirklicher Erfolg. Und ja: Er trägt zu einem moderneren Image der Branche bei. Mit ihm wird deutlich, welche Innovationskraft der Handel auch im Bereich der Ausbildung hat.

Könnten nach der zweimonatig geplanten Ausbildungskampagne weitere Aktivitäten des HDE folgen, um das Branchen-Image als Arbeitgeber zu verbessern?

Noch hat die Kampagne ja gar nicht begonnen. Wir starten erst mal – und dann schauen wir weiter. Seite 40

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