Diskrimierung Rossmann reagiert auf Rassismus-Vorwürfe

von Julia Wittenhagen
Dienstag, 23. Juni 2020
Die Drogeriekette Rossmann hat angekündigt, ihr gesamtes Team intensiver gegen Rassismus zu sensibilisieren. Außerdem will man aufgrund eines aktuellen Eklats beim Bezahlen künftig auf das Vorzeigen des Personalausweises verzichten, berichtet der Tagesspiegel.
Diskrimierung
Rossmann reagiert auf Rassismus-Vorwürfe
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In einer Charlottenburger Rossmann-Filiale hatte eine Kassiererin aufgrund das Aussehens einer Kundin bezweifelt, dass diese einen deutschen Nachnamen trägt. Der Vorfall eskalierte so weit, dass die Polizei gerufen werden musste. Daraufhin hatten sich weitere schwarze Kundinnen beschwert und Rossmann vorgeworfen, sie würden an der Kasse deutlich häufiger nach ihrem Ausweis gefragt als weiße Kunden.

Auf der Facebok-Seite nimmt Rossmann ausführlich Stellung: Auf der Girocard der Kundin habe die Unterschrift gefehlt. "In diesem Fall muss jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter vorschriftsmäßig alle Kundinnen und Kunden bitten, den Ausweis zu zeigen. Das gilt für alle, für weiße oder Schwarze Deutsche, für Einheimische mit ausländischem Pass oder für Touristen: bei Rossmann soll jeder gleichbehandelt werden. Schließlich arbeiten bei uns 33.000 Menschen aus über 100 verschiedenen Ländern." Man habe sich bei der Kundin über ihren Instagram-Account längst entschuldigt und - vergeblich - das Gespräch gesucht. "Vanessa H. hat zweifelsohne Zivilcourage bewiesen und bereits Positives bewirkt: Wir werden unser gesamtes Rossmann-Team noch intensiver dafür sensibilisieren, jeder Form des Rassismus in Zukunft engagiert entgegenzutreten."

Noch im Sommer will der Drogeriefilialist beim Bezahlvorgang mit der Umstellung auf eine digitale Unterschrift beginnen. Kunden unterschreiben hierbei direkt auf einem Display am EC-Gerät. Dieses System mache ab 2021 Ausweiskontrollen für alle Kunden überflüssig.

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