E-Food Farmy verzeichnet Nachfrage-Boom wegen Corona-Pandemie

von Marco Hübner
Donnerstag, 09. April 2020
Tütenflut: Der Schweizer E-Food-Anbieter Farmy meldet ein deutlich erhöhtes Geschäftsvolumen in der Corona-Krise.
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Tütenflut: Der Schweizer E-Food-Anbieter Farmy meldet ein deutlich erhöhtes Geschäftsvolumen in der Corona-Krise.
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Farmy verzeichnet Nachfrage-Boom wegen Corona-Pandemie
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Farmy investiert massiv in Personal, um die wegen der Corona-Pandemie wachsenden Warenkörbe der Kunden abzuarbeiten. Das E-Food-Unternehmen, das zu den größten Online-Shops für Lebensmittel in der Schweiz zählt, hat zudem seinen Service für Risikogruppen erweitert.
Die Dienste des Schweizer E-Food-Spezialisten Farmy sind in der Corona-Pandemie sehr gefragt. Die Mitarbeiter müssen merklich gestiegene Bestellmengen der Kunden abarbeiten. Der durchschnittliche Warenkorb liegt aktuell bei 180 CHF (rund 170 Euro), meldet der Lebensmittellieferant. Dies entspreche einer Steigerung um 50 Prozent seit Februar. Demnach werden nun täglich etwa 40.000 Produkte verpackt (Februar: 7500).

Um das zusätzliche Volumen möglichst umfänglich in Erlöse zu übersetzen, haben die Schweizer deutlich in Personal investiert: Seit Februar hat das Unternehmen 76 neue Mitarbeiter als Lagerarbeiter und Kuriere eingestellt. Das ist eine Steigerung der personellen Kapazitäten um satte 215 Prozent. Waren im Februar 66 Personen in den genannten Bereichen tätig, so sind es laut Unternehmensmitteilung jetzt 142, die in zwei Schichten leisten.
Farmy

Das erhöhte Lieferaufkommen wird durch die Bauern und Produzenten, die Farmy versorgen, ohne Probleme gestemmt, heißt es. Sie seien sogar froh, da die Geschäfte der Gastronomiebetriebe und Wochenmärkte in der Schweiz zum Erliegen gekommen seien. "Bei uns macht die Gastronomie 35 Prozent des Umsatzes aus, den Verlust konnten wir durch Farmy ausgleichen, was für uns als Kleinbetrieb den existentiellen Unterschied macht", wird Bio-Metzger Hansruedi Meier vom Unternehmen Zentrum Metzg zitiert.

Spezielle Lieferzeiten für Corona-Risikogruppen

Seinen Kundenservice habe der E-Food-Spezialist in weiten Teilen ebenfalls an die aktuelle Lage angepasst. Beispielsweise reserviert der Betrieb seit Ende März frühe Lieferslots für Corona-Risikogruppen. Zudem tragen die Mitarbeiter beim Verpacken der Ware laut Unternehmensmitteilung Mundschutz und es werde kontaktloses Liefern geboten. Ähnlich gehen auch Anbieter wie etwa Picnic in Deutschland vor, deren Service auch Hochkonjunktur feiert. Das Unternehmen – an dem Edeka beteiligt ist – liefert ebenfalls ohne Kontakt und hält spezielle Lieferzeiten für Beschäftigte im Gesundheitswesen bereit.

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Gut laufen die Geschäfte von Farmy nicht erst seit der Corona-Pandemie. Der Online-Lebensmittellieferant hat seinen Umsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr nach eigenen Angaben um 26 Prozent steigern können. Erwirtschaftet worden sei ein Umsatz von etwa 9,6 Mio. Schweizer Franken (ca. 8,9 Mio. Euro). Ende 2019 ist Farmy zudem eine Kooperation mit dem Supermarktbetreiber Manor eingegangen. Der Händler will durch die Partnerschaft in Sachen E-Food zu den Rivalen Migros und Coop aufschließen.

Coronavirus (Symbolbild)
imago images / ZUMA Press

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