Generationen-Management "Da nehme ich meine alten Führungskräfte gar nicht mehr mit hin!"

von Redaktion LZ
Freitag, 13. Dezember 2019
Kathrin Eger: Coacht Führungskräfte.
Eager to Change
Kathrin Eger: Coacht Führungskräfte.
Mit "Sätzen aus dem echten Leben" gibt HR-Profi, Coach und Mentorin Kathrin Eger (Eager to Change, Hofheim) auf Linkedin Einblicke in ihre Erlebnisse mit Firmenkunden. Dass ältere Führungskräfte oft aus der Personalentwicklung rausfallen, findet sie krass.

"Im O-Ton habe ich den Satz von einer Führungskraft gehört, als es um eine Weiterbildung zum Thema Führung ging. Mir ist fast die Kinnlade runter gefallen … anderseits … ehrlicherweise … hab ich das auch mal gedacht, als ich noch HR-Managerin war. Und ich bin sicher, wenn ich SIE jetzt frage, dann haben zwar nicht Sie das gedacht, aber Sie kennen bestimmt eine*n, oder? Können Sie sich das leisten? Ihre langjährig erfahrenen und erfolgreichen Führungskräfte nicht mehr mitzunehmen? Zuzulassen, dass die sich "lost" fühlen? Und mal ehrlich in den Spiegel geschaut: Was haben SIE als übergeordnete Führungskraft oder HR-Manager eigentlich dazu beigetragen, dass es so ist wie es ist? Was haben SIE getan, oder eben auch genau nicht? Hören Sie Ihren Führungskräften immer zu, wenn sie versuchen, ihre Sorgen und Nöte zu besprechen? Dass sie mit dem 100sten organisatorischen Wechsel nicht mehr mitgehen können, Probleme mit den neuen Techniken haben oder einfach nicht mehr wissen, was in ihrer Rolle gerade gefordert ist, weil sich die Kultur verändert hat?

Und wenn Sie zuhören, sind Sie sicher, dass auch alles benannt wird? Dass sich die Führungskraft traut, auch ihre eigenen Schwächen zu benennen? Schaffen Sie es, Bereitschaft zu erzeugen, daran zu arbeiten? Und sind Sie bereit, darauf zu warten?

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Ich kenne solche Situationen aus meiner Zeit als HR-Managerin. Trotz Coaching-Ausbildung konnten und wollten nicht alle Führungskräfte, die ein Motivationsthema hatten, mit mir sprechen. Zu groß war die Sorge, dass ich am Ende aus meiner Rolle heraus doch "gegen sie" agieren würde. Wie soll man auch sagen, dass man ein Problem mit dem Gesprächspartner, dem Unternehmen, Kultur oder Strategie hat? Wenn diese Themen nicht zur Sprache kommen, wenn die Führungskraft nicht in Ruhe und im Vertrauen auf ihre Themen schauen kann – dann verlieren Sie sie. Entweder in die innere oder externe Kündigung. Und ich behaupte, das können Sie sich nicht leisten.

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