Großhandel Wie Metro Großkunden zu Liquidität verhelfen will

von Denise Klug
Montag, 30. März 2020
Metros Konzept zielt auf Gastro-Kunden.
Reinhard Rosendahl
Metros Konzept zielt auf Gastro-Kunden.
Großhandel
Wie Metro Großkunden zu Liquidität verhelfen will
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Mit den derzeitigen Schließungen von Geschäften und Restaurants wird perspektivisch auch bei der Metro ein Teil des Umsatzes wegbrechen. Der Händler setzt nun auf Online-Tools, um seine Kunden zu unterstützen.

Auf Linkedin wirbt Metro-CEO Olaf Koch persönlich für eine Kooperation mit dem Partner Optiopay Group und verkündet, dass mit dessen Unterstützung heute eine Plattform in Deutschland eröffnet wird. Sie heißt Hilfe Lokal. Auf der Webseite mit gleichem Namen können sich Endkunden anmelden und Gutscheine erwerben, die nach der Krise eingelöst werden können. So sollen lokale Geschäfte unterstützt werden, die aktuell wegen Schließungen unter Umsatzeinbußen leiden. Großkunden können sich auf der Plattform anmelden und anschließend online Gutscheine verkaufen. Das soll frische Liquidität bringen.

Der Bedarf könnte durchaus vorhanden sein. Die Reaktion auf die Corona-Krise scheint eine Welle der Solidarität zu sein – Applaus auf Balkonen begleitet von Glockengeläut, Dankesplakate in Lebensmittelgeschäften und ein Ansturm auf Portale, die Nachbarschaftshilfe vermitteln, sprechen für sich. In den sozialen Medien wird seit der Ankündigung der Geschäftsschließungen bereits dafür getrommelt, sich bei lokalen Geschäften nach Gutscheinen zu erkundigen. Die zentrale Plattform soll nun bei der Abwicklung helfen.

Die Auszahlung der verkauften Gutscheine erfolgt laut Hilfelokal.de innerhalb von 14 Tagen. Die Kostenpauschale beträgt 3,8 Prozent pro verkauftem Gutschein. Für Kunden von Metros Service Dish entfällt diese.

Dish bietet ein Online-Order-Tool 

Bei Dish handelt es sich um eine Plattform für Gastronomen, die aktuell Metros wichtigste Kundengruppe darstellen. Der Service beinhaltet ein Online-Order-Tool, das Metro momentan aktiv in Szene setzt. Gastro-Gäste können über das Tool online Gerichte bestellen und diese anschließend in den Restaurants abholen. Das Konzept könnte aktuell besonders gefragt sein, denn der Verkauf von Food-To-Go stellt eine Ausnahme der Maßnahmen dar, auf die Restaurantbetreiber aktuell verstärkt setzen. Vielen fehlt es aber noch an einer entsprechenden professionellen Infrastruktur oder sie müssen auf Angebote wie den Lieferdienst Lieferando setzen.

Die Webseite, die Metros Großkunden mithilfe von Dish bauen können, ist nach Angaben des Unternehmens kostenlos. Über den Service möchte Metro Gastrounternehmen noch enger an sich binden. Das soll auch eine Chance geben, mehr Dienstleistungen bei dem Kundenstamm zu platzieren wie das Personalmanagement-Tool Paul oder das elektronische Kassensystem Orderbird.

Fokus auf Horeca

In den vergangenen Jahren hat Metro ihre Strategie spitzer gestaltet. Der Großhändler hat vor allem die Zielgruppe der Horeca-Kunden (Hotel Restaurant Catering) ins Auge gefasst. Ausgerechnet dieser Strategiewandel scheint dem Unternehmen zum Verhängnis zu werden zu können, sobald der Umsatzzuwachs durch Hamsterkäufe, die es aktuell auch beim Großhändler gibt, abnimmt. Mit der bundesweiten Schließung von Restaurants und Co. leidet auch der Umsatz des Düsseldorfer Unternehmens.

Metro möchte helfen. Geht es den Gastronomiebetrieben gut, kaufen sie auch mehr in den C+C-Märkten und setzen stärker auf den Lieferdienst des Händlers.

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