HR-Trends EHI-Personalstudie untersucht Corona-Effekte

von Julia Wittenhagen
Donnerstag, 28. Januar 2021
Die Pandemie hat den Handel kräftig durchgerüttelt. Was die Personalabteilungen daraus für ihre Arbeit ableiten, zeigt die neue EHI-Studie "Personal im Handel 2020/21".
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EHI-Personalstudie untersucht Corona-Effekte
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Seit in Deutschland die Angst vor der Ansteckung mit Covid-19 auch in den Unternehmen zum beherrschenden Thema geworden ist, haben Personalthemen Hochkonjunktur. Ulrike Witt und Vanessa Tuncer vom EHI nahmen das zum Anlass, 20 HR-Verantwortliche aus dem Handel, die immerhin für ein Viertel des gesamten Einzelhandelsumsatzes stehen, nach neuen Prioritäten zu fragen.

Herausstechend: 90 Prozent der Personalverantwortlichen glauben an einen Digitalisierungsschub durch Corona. Aufgrund der Krise mussten viele Prozesse online funktionieren. Ob Remote-Work, E-Learning oder Video-Recruiting: Die durch Corona verursachte Reduzierung physischer Kontakte bedeutete einen deutlichen Schub der bereits länger auf der Agenda stehenden Digitalisierung. Die befragten HR-Verantwortlichen sind überzeugt, dass viele der angeschobenen Prozesse in Zukunft ausgebaut und die digitale Transformation vorantreiben werden. Es reiche dabei nicht, eine zeitgemäße Software einzusetzen. Ganz oben auf der Agenda der nächsten zwei Jahre stehen deshalb neben dem nach wie vor relevanten Thema Nachwuchssicherung, auch Personalentwicklung, Learning und Führung.

Für den bisherigen Umgang mit der Krise bekamen die Unternehmen von den Beschäftigten zu 70 Prozent positive Rückmeldungen. 55 Prozent der befragten Unternehmen hatte Kurzarbeit beantragt, 45 Prozent haben das Kurzarbeitergeld aufgestockt, so dass die Mitarbeiter 80 bis 100 Prozent ihres Nettogehalts bekamen. Wo Neueinstellungen nötig waren, sei es teilweise leichter als vor der Krise geworden, gutes Personal zu finden.

Um alle Mitarbeitenden auf dem Laufenden zu halten, Orientierung und ein Gefühl von Sicherheit und Zusammenhalt zu geben, wurde die Kommunikation mit der Belegschaft ausgebaut. Ein Interviewpartner drückte es so aus: "Alle Augen waren auf die Geschäftsführung gerichtet." Die befragten Handelsunternehmen haben viele kreative Lösungsansätze entwickelt. So gab es zum Beispiel wöchentliche Videobotschaften vom Vorstand. Insgesamt sei das Wir-Gefühl stärker als vor der Krise.

68 Prozent der Befragten haben die Personaleinsatzpläne in den Filialen angepasst, um zum Beispiel flexibler auf den Bedarf reagieren zu können und Ausfälle durch Quarantäne zu minimieren. Die Mitarbeiter in den Zentralen wurden von 65 Prozent der Befragten zumindest vorübergehend komplett ins Homeoffice geschickt. Bei weiteren 15 Prozent betraf dies mindestens die Hälfte der Belegschaft. 10 Prozent der Unternehmen gehörten vor der Krise zu den Homeoffice-Verweigerern und wollen auch nach der Krise zu 100 Prozent Präsenz zurück.

Das Gros der HR-Experten gab an, an mehr als 50 Prozent aller strategischen Entscheidungen in Bezug auf Corona beteiligt gewesen zu sein. Für 80 Prozent ist die Bedeutung von HR durch die Krise gestiegen. 35 Prozent erwarten 2021 eine Erhöhung des HR-Budgets.

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