Händlermarketing Die nächste Stufe der Corona-Werbung

von Jessica Becker
Dienstag, 31. März 2020
Kaufland, Ikea und Penny wollen ihren Kunden den Corona-Hausarrest so angenehm wie möglich gestalten.
Unternehmen / LZ-Collage
Kaufland, Ikea und Penny wollen ihren Kunden den Corona-Hausarrest so angenehm wie möglich gestalten.
Händlermarketing
Die nächste Stufe der Corona-Werbung
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Nach den zahlreichen Dankes-Kampagnen an ihre Mitarbeiter für ihren Einsatz in der Corona-Krise verändern die Händler nun ihre Kommunikation. Die Kunden und ihr Alltag zuhause rücken in den Fokus.
Der Handel startet die zweite Welle der werblichen Krisenkommunikation. Bislang standen emotionale Dankes-Kampagnen im Fokus, adressiert an die eigenen Mitarbeiter, aber auch an die Angestellten der Konkurrenz. Damit bedankten sich die Händler für deren täglichen Einsatz in den Filialen und Logistikzentren. 

Jetzt verändern die Händler immer mehr ihre kommunikative Stoßrichtung und rücken ihre Kunden in den Fokus. Damit positionieren sich die Unternehmen nicht mehr nur als Lebensmittelversorger, sondern auch als Freizeitcoach, Kinderbespaßer, Küchenhelfer und Fitnesstrainer und bieten Ideen für den Alltag in den eigenen vier Wänden.

Penny

Vor rund zwei Wochen gab der Rewe-Discounter den Startschuss für seine Kampagne #erstmalhelfen - abgewandelt vom Markenclaim "Erst mal zu Penny". Via TV- und Online-Spots, Printanzeigen und Social Media bedankte sich Penny bei all seinen Mitarbeitern und feiert sie als "Helden der Nachbarschaft". Jetzt wird aus #erstmalhelfen der Hashtag #erstmalzuhause.


Im Fokus des neuen Werbeflights steht bei Penny das Lob der Kunden. Nicht nur die Mitarbeiter des Händlers, auch Familien "leisten gerade enorm viel" und gingen "täglich mit großen, unerwarteten Herausforderungen in ihrem Alltagsleben um", erklärt Stefan Magel, Bereichsvorstand Handel Deutschland Rewe Group und COO von Penny, die Idee hinter der Kampagne. Stammbetreuer Serviceplan Campaign erzählt den 75-Sekünder aus Sicht der Kinder. Sie berichten vom Wettrennen im Flur, Eltern im Homeoffice, viel Kuschelzeit, aber auch von Ärger und Streitigkeiten.

Den Spot streut Penny über seine Social-Media-Kanäle. Ein weiterer Baustein ist eine Mitmach-Aktion auf Instagram. Der Discounter ruft seine Follower dazu auf, die Szenen aus dem Spot mit eigenen Bildern zu ergänzen. Dafür sollen sie Fotos oder Videos, die sie zuhause mit ihrer Familie zeigen, mit dem Hashtag #erstmalzuhause und dem Tag @pennydeutschland hochladen. 

Rewe

Bereits am Wochenende hat Rewe seine eigene Mitmach-Aktion gestartet, die im Grunde genauso funktioniert. Rewe-Kunden sollen auf einer Microsite Beiträge hochladen, die zeigen, wie sie ihre Zeit zu Hause verbringen. Das Ganze hat der Händler mit einem Gewinnspiel verknüpft. 



Kaufland

Auch Kaufland sorgt sich um seine Kunden, die wegen der Corona-Krise zuhause bleiben müssen. Über die Social-Media-Kanäle will die Schwarz-Tochter ihre Follower zum Beispiel mit einem "Unser Bleibt-gesund-Knigge" unterhalten. 



Ein Teil dieser Aktion ist ein Workout für Menschen im Homeoffice. In verschiedenen Videos fordert Kaufland zum Nachmachen sportlicher Übungen auf, "um in der Quarantäne fit zu bleiben". Darunter befinden sich Tipps wie "Klassisches Sixpack drücken" (mit einem Sixpack aus 1,5 l Wasserflaschen) oder "Enge Dosen Pushup" (mit Konservendosen) - vorgeturnt von den Influencer-Zwillingen Jens und Jan alias @dscvr.twins.

Aldi

Der Discounter Aldi richtet sich im Rahmen seiner Kampagne #gemeinsamgehtalles via Facebook nun noch einmal explizit an die Kunden und fragt "Was macht ihr, um füreinander da zu sein?" In dem gemeinsamen Video schlagen Aldi Nord und Süd vor, wie man sich zuhause die Zeit vertreiben kann. Dabei wird das Wort "alles" im Hashtag durch diverse Tätigkeiten ersetzt.

Ikea

Auch in der Schweiz ist das Zuhause für viele zum Homeoffice, Fitnessstudio, Kindergarten oder zur Schule geworden. Mit der Kampagne #TogetherAtHome will Ikea zeigen, wie man mit Spaß, guter Laune und Kreativität aus dem aufgezwungenen Hausarrest das Beste rausholt (Agentur: Virtue).

Zwar ruft Ikea dabei nicht offensiv zum Mitmachen auf. Vielmehr will der Möbelspezialist mit kurzen Clips Anregungen liefern. "Ikea steht wie keine andere Marke für das Zuhause", betont Nina Grinzoff, Campaign Leader bei Ikea Schweiz. Das eigene Heim rücke in diesen Tagen und Wochen noch mal mehr in den Mittelpunkt. Grinzoff: "Wir bei Ikea zeigen mit dieser besonderen Form der Kommunikation, wie wir das Miteinander und füreinander in unserem Zuhause leben." 

Ab dem 6. April spielt Ikea die Kampagne via TV-Werbung sowie über die Social-Media- und digitalen Unternehmenskanäle aus.

Rama Krisen-Werbung
Screenshot Rama

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