Handlungsempfehlung Was Mitarbeiter bindet

von Redaktion LZ
Donnerstag, 20. Dezember 2018
Im "Voice of the Workforce in Europe Survey" 2018 befragte Deloitte mehr als 15.000 Arbeitskräfte zu Einstellungen und Bedürfnissen und hat daraus "Bindefaktoren" in deutschen Unternehmen abgeleitet.

Vier Handlungsempfehlungen für Unternehmen hat Deloitte aus den Antworten der deutschen Mitarbeiter abgeleitet: Ältere Mitarbeiter einbinden ist die erste. Mitarbeiter über 55 Jahre brächten eine große Motivation und Flexibilität mit. Ihre Zufriedenheit sei in nahezu allen Berufsgruppen größer als bei jüngeren Kollegen. Zudem sei die Altersgruppe 50+ offener für alternative Beschäftigungsmodelle wie Selbstständigkeit und Freelancing als die unter 35-Jährigen. Das kann man nutzen.

Heterogene Belegschaften führen zu wissen, ist der zweite Punkt: Arbeitsplatzsicherheit und Gehalt sind für alle Deutschen die wichtigste Dimension ihrer Arbeit. Ist das Gehalt geringer als beim Wettbewerber, sorgt es für Unzufriedenheit. Ist es höher, steigt Zufriedenheit nicht unmittelbar an. Ältere Mitarbeiter legen jedoch mehr Wert auf Inhalte, Komplexität und Sinnhaftigkeit ihrer Aufgaben, während jüngeren Mitarbeitern insbesondere Orientierung durch Kollegen und Führungskräfte wichtig sei.

Weiterbildung nonstop ist der Tipp Nummer drei: Die Menschen arbeiten immer länger und Jobanforderungen ändern sich immer schneller. 43 Prozent der deutschen Befragten geben an, ihre Fähigkeit zum Lernen verbessern zu müssen. Unternehmen sollten reagieren und kontinuierliche Lernprozesse im Alltag verankern, zum Beispiel durch "Training on the Job" und das Erarbeiten neuer Fragestellungen in Kleingruppen. Neben fachlichen Kenntnissen rücken Soft Skills wie Problemlösefähigkeit, Kommunikation und Teamwork in den Fokus. Das erkennt aber nur ein Drittel der Befragten. Unternehmen sollten daher kritische Soft Skills für ihr Unternehmen identifizieren und deutlich machen, wie diese im Alltag konkret gelebt werden können.

Letzter Tipp: Die "Unbedarften” sensibilisieren und die "Entmutigten” motivieren: 80 Prozent der Befragten erwarten nur geringe oder keine Veränderungen an ihrem Arbeitsplatz in den nächsten zehn Jahren – im europäischen Vergleich nimmt Deutschland mit dieser Gruppe der "Unbedarften" den dritten Platz ein. Die zwei Prozent der "Entmutigten" (Europa: drei Prozent) gehen davon aus, dass ihr Job in Zukunft wegfällt. In beiden Gruppen ist der Anteil derer, die im vergangenen Jahr keine Trainings absolviert haben, besonders hoch. Unternehmen müssen daher die "Unbedarften" von der Handlungsnotwendigkeit überzeugen und die "Entmutigten" motivieren.

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